17 November 2022

IAEA fordert russischen Abzug aus AKW Saporischschja

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebeh├Ârde (IAEA) hat Russland zur Aufgabe des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja aufgefordert. Moskau solle sein milit├Ąrisches und ziviles Personal sofort abziehen und seinen “unbegr├╝ndeten Besitzanspruch” auf das AKW im S├╝dosten der Ukraine aufgeben, hiess es in einer Resolution, die das Gremium am Donnerstagabend in Wien verabschiedete. Der Gouverneursrat zeigte sich auch ├Ąusserst besorgt, dass ukrainische Mitarbeiter der Anlage von russischer Seite unter Druck gesetzt w├╝rden, und dass es auch zu Festnahmen gekommen sei.

Die nunmehr dritte IAEA-Resolution gegen Russland seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine wurde laut Diplomaten von 24 Staaten unterst├╝tzt. China und Russland stimmten dagegen. Sieben L├Ąnder enthielten sich der Stimme, darunter Saudi Arabien, Indien und Pakistan. Eine m├Âgliche Suspendierung oder Beschr├Ąnkung der russischen IAEA-Mitgliedschaft, wie sie unter anderem von Polen gefordert worden war, wurde in dem Dokument nicht erw├Ąhnt.

Das AKW Saporischschja steht seit M├Ąrz unter russischer Besatzung. Das gr├Âsste Kernkraftwerk Europas kam seitdem immer wieder unter Beschuss. IAEA-Chef Rafael Grossi hat mit Kiew und Russland bislang erfolglose Verhandlungen ├╝ber eine Waffenstillstandszone um das AKW aufgenommen, um einen Atomunfall zu verhindern. Laut Grossis Plan m├╝ssten sich beide Seiten verpflichten, dort keine Gesch├╝tze mehr abzufeuern. Russland m├╝sste demnach auch milit├Ąrisches Ger├Ąt aus dem AKW entfernen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)