23 MĂ€rz 2023

IAEA alarmiert wegen Sicherheit im AKW Saporischschja

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnt weiter vor einer gefĂ€hrlichen Lage im von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der SĂŒdukraine. „Die nukleare Sicherheit im Atomkraftwerk Saporischschja bleibt in einem prekĂ€ren Zustand“, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Mittwoch laut Mitteilung seiner Organisation. Er fĂŒgte hinzu: „Ich fordere erneut ein Engagement aller Seiten, um die nukleare Sicherheit und den Schutz des Kraftwerks zu gewĂ€hrleisten.“

Seit drei Wochen werde das AKW nur noch ĂŒber eine verbliebene externe Hauptstromleitung mit Strom versorgt, sagte Grossi. Wenn sie beschĂ€digt werde, fĂŒhre das zu einem Totalausfall der externen Stromversorgung. Die seit dem 1. MĂ€rz beschĂ€digte letzte verbliebene Notstromleitung im Kernkraftwerk bleibe abgeschaltet und werde derzeit repariert. „Dies zeigt erneut, wie gefĂ€hrdet die nukleare Sicherheit in Europas grösstem Kernkraftwerk ist“, sagte Grossi.

Bereits am 9. MĂ€rz war die Anlage den Angaben zufolge elf Stunden ohne externe Stromversorgung, als die Hauptstromleitung unterbrochen wurde. Damit war die Anlage fĂŒr die ReaktorkĂŒhlung und andere wichtige Funktionen der nuklearen Sicherheit auf ihre Diesel-Notstromaggregate angewiesen, wie die IAEA mitteilte. Nach Angaben des ukrainischen Betreibers war das AKW infolge eines grossflĂ€chigen russischen Raketenangriffs von der regulĂ€ren Stromversorgung abgeschnitten worden.

Grossi warnte zudem vor dem Druck, dem das AKW-Personal ausgesetzt sei. Die reduzierte PersonalstÀrke in Verbindung mit dem psychologischen Stress durch den anhaltenden militÀrischen Konflikt wirke sich auf die nukleare Sicherheit und den Schutz des Kraftwerks aus.

Das mit sechs Blöcken und einer Leistung von 6000 Megawatt grösste Atomkraftwerk Europas steht nach dem russischen Einmarsch seit gut einem Jahr unter russischer Kontrolle. Alle Reaktoren sind inzwischen abgestellt und werden nur noch gekĂŒhlt und ĂŒberwacht. VorfĂ€lle mit Artilleriebeschuss hatten international die Sorge vor einer Atomkatastrophe genĂ€hrt.

(text:sda/bild:unsplash)