25 September 2023

Hunderte Opfer bei Explosion an Treibstoffdepot in Berg-Karabach

In der umk├Ąmpften Konfliktregion Berg-Karabach im S├╝dkaukasus hat es infolge der Explosion eines Treibstoffdepots Hunderte Opfer gegeben. Das B├╝ro des Menschenrechtsbeauftragten der international nicht anerkannten Republik sprach am Montagabend von mindestens 200 Verletzten und einer unbekannten Zahl von Toten unweit der Gebietshauptstadt Stepanakert. Unklar war zun├Ąchst, was die Katastrophe in der mehrheitlich von Armeniern bewohnten Region ausl├Âste, die in der vergangenen Woche von Aserbaidschan angegriffen und besiegt wurde.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren grosse Flammen zu sehen. Die Politikerin Metakse Akopjan erkl├Ąrte, an dem Lager h├Ątten zum Zeitpunkt des Ungl├╝cks viele Menschen f├╝r Benzin angestanden, weil sie mit Autos vor den Aserbaidschanern nach Armenien fliehen wollten.

Das Menschenrechtsb├╝ro der Region appellierte an die internationale Gemeinschaft: Es sei dringend notwendig, insbesondere schwer verletzte Menschen zur Behandlung auszufliegen. „Die medizinischen Kapazit├Ąten Berg-Karabachs sind nicht ausreichend, um die Leben der Menschen zu retten“, hiess es in der Mitteilung auf der fr├╝her als Twitter bekannten Plattform X.

Die humanit├Ąre Lage in Berg-Karabach, das seit langem zwischen den beiden verfeindeten Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umk├Ąmpft ist, ist ohnehin katastrophal. Seit Monaten blockieren Aserbaidschaner die einzige armenische Zufahrtsstrasse, weshalb Lebensmittel, Medikamente und Benzin in der Region knapp sind.

Am vergangenen Dienstag dann startete das autorit├Ąr gef├╝hrte Aserbaidschan eine Milit├Ąroperation zur Eroberung Berg-Karabachs. Nur einen Tag sp├Ąter ergaben sich die unterlegenen Karabach-Armenier. W├Ąhrend der kurzen K├Ąmpfe starben armenischen Angaben zufolge mehr als 200 Menschen, mehr als 400 weitere wurden demnach verletzt. Die Zehntausenden armenischen Zivilisten in der Region f├╝rchten nun, vertrieben oder von den neuen aserbaidschanischen Machthabern unterdr├╝ckt zu werden.

(text:sda/bild:keystone)