9 August 2021

Hotelleriesuisse fordert weitere Hilfen fĂŒr die Branche

Der Dachverband Hotelleriesuisse will vom Bund weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die von der Coronapandemie gebeutelte Hotelleriebranche. Neben den ausbleibenden internationalen Touristen hat die Branche zudem auch gegen einen Mangel an ArbeitskrĂ€ften zu kĂ€mpfen.

“Wir fordern die VerlĂ€ngerung der HĂ€rtefallhilfen und der Kurzarbeit bis mindestens Ende Jahr, weil diese UnterstĂŒtzung notwendig ist”, sagte Hotelleriesuisse-PrĂ€sident Andreas ZĂŒllig in einem am Montag in der Westschweizer Tageszeitung “Le Temps” veröffentlichten Interview. Zudem ĂŒberlege der Verband gemeinsam mit dem Bund, wie ein Wiederaufbauprogramm auf die Beine gestellt werden könne. “Denn die Hotellerie hat wĂ€hrend der Pandemie ihre Reserven aufgebraucht und braucht finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr den Wiederaufbau”, sagte ZĂŒllig.

Wie viel Geld man benötigt, um das GeschĂ€ft wieder in Gang zu bringen, wird laut dem Hotelleriesuisse-PrĂ€sidenten ab Mitte August diskutiert. “Sicher ist, dass unsere PrioritĂ€t die StĂ€dte sein werden, um diese Neupositionierung zu unterstĂŒtzen”, sagte er. Dort sieht ZĂŒllig grosses Potenzial, vor allem im Freizeitbereich: “FĂŒr die StĂ€dte bietet sich jetzt eine echte Chance, sich anders zu positionieren und ein neues VerhĂ€ltnis zwischen GeschĂ€fts- und Freizeitkunden zu schaffen.”

NatĂŒrlich gebe es auch in den Bergregionen Nachholbedarf, rĂ€umte er ein. “Die Frage ist, worauf wir uns konzentrieren sollen, denn die Mittel sind begrenzt, und wir versuchen, eine koordinierte Lösung fĂŒr den gesamten Sektor zu finden.”

Fördern will der Verband auch die Positionierung der Schweiz in Sachen Nachhaltigkeit. “Wir arbeiten auch an einem Projekt zum Thema Nachhaltigkeit, weil wir in der Schweiz in diesem Bereich grosse Chancen haben, auch in den StĂ€dten”, sagte ZĂŒllig. Ökologisches Reisen sei ein grosses KundenbedĂŒrfnis. “Die Schweiz ist ein nachhaltiges Land, und das mĂŒssen wir besser zeigen.” So könne man in der Schweiz beispielsweise das Leitungswasser ĂŒberall trinken, was keine SelbstverstĂ€ndlichkeit sei.

ZĂŒllig sieht allerdings auch den Widerspruch zwischen nachhaltigem Tourismus und MobilitĂ€t: “Tourismus an sich ist nicht nachhaltig, denn sobald man mobil ist, braucht man Energie und stösst oft CO2 aus.” Dennoch sei es wichtig zu versuchen, den Touristen einen nachhaltigen Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen.

Abgesehen von finanziellen Problemen, die durch die Pandemie noch verschĂ€rft wurden, ist das Hotelgewerbe auch mit einem ArbeitskrĂ€ftemangel konfrontiert. ZĂŒllig erklĂ€rte: “Das wird uns mehr beschĂ€ftigen als die Digitalisierung und die Krise, die durch die Pandemie entstanden ist.”

Um gegen den Personalmangel anzukĂ€mpfen, muss die Hotelbranche laut ZĂŒllig beispielsweise eine spezielle Hotel-Ausbildung fĂŒr Berufsumsteiger anbieten. “Wir mĂŒssen aber auch neue Arbeitsmodelle entwickeln, TeilzeitarbeitsplĂ€tze anbieten.”

Nachhaltigkeit vorantreiben

Personalmangel als Problem