Hohe Tourismus-Wertschöpfung in der Region Thun-Thunersee
Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region Thun-Thunersee. Dies zeigt die aktuelle touristische Wertschöpfungsstudie, die für das gesamte Untersuchungsgebiet rund um den Thunersee – ohne Interlaken – durchgeführt wurde. Demnach generiert der Tourismus im Jahr 2024 eine direkte und indirekte Bruttowertschöpfung von insgesamt 334 Millionen Franken und sichert über 2’700 Vollzeitstellen.
Die Studie analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus für die gesamte Region sowie für die Teilregionen Thun Agglomeration, linkes und rechtes Seeufer. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Tourismus weit über die klassischen Tourismusbetriebe hinaus positive Effekte entfaltet.
Tourismus trägt 5.9 Prozent zur regionalen Wertschöpfung bei
Von der gesamten touristischen Bruttowertschöpfung in Höhe von 334 Millionen Franken entfallen 140 Millionen Franken auf die touristischen Leistungsträger. Weitere 136 Millionen Franken werden im Dienstleistungssektor generiert, darunter 24 Millionen Franken im Detailhandel. Die Bauwirtschaft profitiert mit 23 Millionen Franken ebenfalls erheblich von den touristischen Aktivitäten.
Insgesamt macht der Tourismus 5.9 Prozent der gesamten regionalen Wertschöpfung aus. Von den 5,6 Milliarden Franken Wertschöpfung in der Region hängen somit 334 Millionen Franken direkt oder indirekt vom Tourismus ab.
Mehr als 2’700 Vollzeitstellen vom Tourismus abhängig
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zeigt sich auch bei der Beschäftigung. Insgesamt sichert die Branche 2’715 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Davon entfallen 1’505 VZÄ auf die touristischen Leistungsträger, 775 VZÄ auf den Dienstleistungssektor, 240 VZÄ auf die übrigen Sektoren und 195 VZÄ auf die Bauwirtschaft. Allein im Detailhandel werden 230 VZÄ durch den Tourismus ermöglicht.
Die Hälfte der touristisch bedingten Arbeitsplätze befindet sich in der Agglomeration Thun.
Der Beitrag des Tourismus an die regionale Beschäftigung am Thunersee beträgt 9 %. In der Agglomeration Thun liegt diese Kennzahl etwas tiefer bei 6 %, am linken Seeufer 15 % und am rechten Seeufer 23 %.
4.6 Millionen Gästefrequenzen im Jahr 2024
Im Jahr 2024 verzeichnet die Region Thun-Thunersee 4,6 Millionen Gästefrequenzen. Mit einem Anteil von 77 Prozent Tagesgästen liegt die Region deutlich über vergleichbaren Tourismusregionen. Verantwortlich dafür sind insbesondere die Nähe zu den grossen Deutschschweizer Zentren, die gute Erreichbarkeit sowie die zahlreichen Freizeit- und Erholungsangebote.
Von insgesamt 502’000 Hotelübernachtungen am Thunersee entfallen rund 130’000 auf Geschäftsreisende. Dies entspricht einem Anteil von 26 Prozent. In der Stadt und Agglomeration Thun liegt dieser Anteil mit 32 Prozent noch höher. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des strategischen Geschäftsfeldes MICE (Meetings, Incentives, Congress und Events) für die touristische Entwicklung der Region.
Hotelgäste generieren die höchsten Ausgaben
Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede beim Ausgabeverhalten der Gäste. Tagesgäste geben durchschnittlich 50 Franken pro Tag aus. Hotelgäste investieren mit durchschnittlich 238 Franken pro Aufenthaltstag am meisten in die regionale Wirtschaft. Gäste in anderen Übernachtungskategorien geben durchschnittlich 72 Franken pro Tag aus.
Hohe Datenqualität dank breiter Unternehmensbefragung
Die touristische Wertschöpfungsstudie bestätigt die grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region Thun-Thunersee. Touristische Angebote schaffen nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze, sondern stehen auch der lokalen Bevölkerung zur Verfügung und werden von dieser intensiv genutzt.
Für die Studie wurde zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 eine umfassende Unternehmensbefragung durchgeführt. Dank eines überdurchschnittlich hohen Rücklaufs konnte eine besonders hohe Aussagekraft und Genauigkeit der Ergebnisse erreicht werden.
(text:pd/bild:)