12 Mai 2026
Hochwasserschutz Thalgut-Chesselau ist bereit für die Zukunft
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(02:52)
Das Aareufer von der Thalgutbrücke bis zur Chesselau oberhalb der Schützenfahrbrücke in Münsingen ist für Spaziergängerinnen und Spaziergänger wieder offen. In den letzten beiden Wintern hat der Kanton Bern hier einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz realisiert, heisst es in ein einer Mitteilung.
Ein zentrales Element des Hochwasserschutzes Thalgut-Chesselau ist der neue Hochwasserschutzdamm entlang der Autobahn. Bis 50 Meter vor den Damm kann sich die Aare künftig ausdehnen und eine neue Auenlandschaft bilden. Der Damm schützt das Umland vor einem 100-jährlichen Hochwasser, d.h. vor einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt. Die wichtige Trinkwasserleitung des Wasserverbunds Region Bern lag früher direkt am Aareufer und war schlecht geschützt. Nun wurde die Leitung verlegt und sie liegt hinter dem neuen Hochwasserschutzdamm. Ausserdem wurde auch ihre Kapazität erhöht. Unterhalb der Thalgutbrücke grenzt die Autobahn direkt an die Aare. Dort verhindern Blocksteinbuhnen und ein Uferverbau aus Holz die Seitenerosion. Kurz vor der Trinkwasserschutzzone Schützenfahr lenkt eine grosse, eingegrabene Steinbuhne die Aare wieder in ihr engeres Bett zurück.
Zurzeit sieht es in der Chesselau noch kahl aus. Das Tiefbauamt forstet die gerodeten Flächen aber wieder auf und die Spuren der Baustelle werden bald kaum mehr sichtbar sein. Am Aareufer ist ein schmaler, abwechslungsreicher Trampelpfad entstanden, der nicht gesichert wird und sich bei fortschreitender Seitenerosion der Aare immer wieder neu bilden kann. Der offizielle breite Wanderweg verläuft weiter landeinwärts. Wenn die Aare in Zukunft ihr Flussbett selber gestaltet und breiter wird, bilden Kiesbänke und seichtere Wasserzonen ein sich immer wieder wandelndes Naherholungsgebiet mit neuen Zugängen zum Wasser. Auch mit dem Gummiboot wird die Passage in Zukunft gut befahrbar sein.
Der Grosse Rat des Kantons Bern hat für das Projekt Thalgut-Chesselau am 10. Juni 2021 knapp 14 Millionen Franken gesprochen. Im April 2025 hat sich der Bund bereit erklärt, 80 Prozent der Projektkosten zu übernehmen.
(text:pd,jae/bild:zvg kanton Bern)