Wieder verheerendes Jahr für Alpengletscher
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(02:48)
Der Schneemangel im vergangenen Winter und die grosse Hitze im Sommer haben für die Alpengletscher dramatische Folgen. In der Schweiz sind in diesem Jahr rund 5,5 Prozent des Eisvolumens geschmolzen, wie das Schweizerische Gletschermessnetz (Glamos) berichtet.
Es bezeichnet das Jahr als verheerend für die Gletscher. Auch in Österreich und Deutschland erwarten Fachleute erhebliche Verluste.
„Alpengletscher haben unter solchen Bedingungen langfristig keine Überlebenschance“, teilt Glamos mit. Die mittlere Eisdicke einzelner Schweizer Gletscher habe um 2,5 bis vier Meter abgenommen. Nur im Rekordjahr 2022 sei der Verlust grösser gewesen. Das Messnetz führt die Entwicklung auf den Klimawandel zurück. Der Eisverlust war in den vergangenen fünf Jahren fast doppelt so hoch wie in den fünf Jahren davor.
Glamos gehört nach Schweizer Angaben mit einer über 140-jährigen Messreihe zu den ältesten Gletschermessnetzen der Welt. Es vermisst regelmässig 23 der rund 1.400 Gletscher Schweizer Gletscher und rechnet dies auf alle Gletscher hoch.
Im Winterhalbjahr 2025/26 sei in allen Höhenlagen deutlich weniger Schnee als im langjährigen Mittel gefallen, so Glamos. Die Nullgradgrenze habe an 76 Tagen über 4000 Metern gelegen – so häufig wie nie zuvor. Die schützende Schneedecke auf den Gletschern sei teilweise bereits im Juni verschwunden gewesen. Im September habe selbst auf 3.500 Metern kein Schnee mehr gelegen.
Insgesamt verloren die Gletscher von Juli bis September rund 2.200 Milliarden Liter Wasser, so Glamos. Das ist mehr als das Vierfache dessen, was die Schweizer Haushalte im Jahr an Trinkwasser brauchen. Das Schmelzwasser hilft derzeit noch, sommerliche Wasserknappheit abzumildern. Dieser Effekt nimmt mit der schrumpfenden Eisfläche jedoch bereits deutlich ab.
Kleine Gletscher seien inzwischen verschwunden, etwa der Bella-Tola-Gletscher im Wallis und der Plattalvagletscher, auch Griessfirn genannt, in Glarus. Die Gletscher Allalin, Clariden, Grosser Aletsch und Rhone hätten in diesem Jahr eine so starke Schmelze erlebt wie nie zuvor seit Messbeginn, berichtet Glamos.
Auch Berner Alpengletscher stark betroffen
Auch die Gletscher im Berner Oberland, wie beispielsweise die Plaine Morte, hätten im Sommer stark gelitten, erklärt Matthias Huss von Glamos gegenüber Radio BeO. Allerdings seien die Gletscher der Berner Alpen ein wenig weniger stark geschrumpft als anderorts. Es habe hier im Winter mehr Niederschlag gegeben, das heisst, es habe etwas länger gedauert bis die Gletscher aper gewesen seien, folglich setzte die Schmelze etwas später ein.
(text:sda,csc/bild:unsplash)