14 M├Ąrz 2023

Haus├Ąrztlicher Notfalldienst im Oberland geht neue Wege

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI), die Aerztegesellschaft des Kantons Bern (BEKAG) und die Spit├Ąler Frutigen Meiringen Interlaken AG (fmi AG) haben gemeinsam ein neues Projekt ┬źHaus├Ąrztlicher Notfalldienst┬╗ erarbeitet. Der Kanton unterst├╝tzt das Projekt finanziell und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um den haus├Ąrztlichen Notfalldienst der Kreise des ├ärztlichen Bezirksvereins Berner Oberland der BEKAG an Wochenenden und Feiertagen sicherzustellen.

Gem├Ąss Gesundheitsgesetz des Kantons Bern sind alle ├ärztinnen und ├ärzte mit Berufsaus├╝bungsbewilligung verpflichtet, Notfalldienste zu leisten. Aufgrund des zunehmenden ├ärztemangels in der Grundversorgung versch├Ąrfen sich die Engp├Ąsse bei der personellen Besetzung der Notfalldienste. Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) und die Aerztegesellschaft des Kantons Bern (BEKAG) haben deshalb eine Arbeitsgruppe gebildet, um diesbez├╝glich L├Âsungsm├Âglichkeiten zu erarbeiten.

Ein Pilotprojekt wurde nun im Berner Oberland mit der Spit├Ąler Frutigen Meiringen Interlaken AG (fmi AG) und dem ├ärztlichen Bezirksverein Berner Oberland lanciert. Dabei soll eine diensthabende ├ärztin/ein diensthabender Arzt zentral vom Spital Interlaken aus den Ausr├╝ckdienst f├╝r den ganzen Perimeter des Bezirksvereins Berner Oberland wahrnehmen. Im Spital Interlaken wird im Rahmen des Projekts ein Bereitschaftszimmer f├╝r Notfalldienst leistende ├ärztinnen und ├ärzte ausger├╝stet und auch die ben├Âtige Ausr├╝stung zur Verf├╝gung gestellt. Somit wird es m├Âglich, dass sich auch ├ärztinnen und ├ärzte des ganzen Kantons f├╝r Notfalldienste in dieser Region melden k├Ânnen.

Der diensthabende Arzt erf├╝llt eigenverantwortlich s├Ąmtliche Aufgaben des Hausbesuchsdienstes (Ausr├╝ckdienst) wie zum Beispiel Todesfeststellung, Verf├╝gung der ├Ąrztlichen f├╝rsorgerischen Unterbringung (FU), Hafterstehungsf├Ąhigkeitsbeurteilung (HEFB), Hausbesuche und Besuche in Institutionen. Die ├ärztinnen und ├ärzte rechnen die von ihnen erbrachten Leistungen im Rahmen der Wochenend- und Feiertagsdienste direkt und ├╝ber die eigene ZSR-Nummer ab. Zus├Ątzlich wird der Bereitschaftsdienst mit 700 Franken pro Tag verg├╝tet.

Es ist nicht das Ziel, mit diesem Projekt den Notfalldienst im Bezirksverein zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, an Wochenenden und Feiertagen eine alternative L├Âsung f├╝r die ├ťbernahme der Ausr├╝ckdienste anzubieten, zu etablieren und somit eine Entlastung zu erreichen. Das Pilotprojekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Sollte es sich als valable L├Âsung erweisen, ist die Ausdehnung des Modells auf weitere Bezirksvereine vorgesehen.

Die Aerztegesellschaft des Kantons Bern schreibt die in Frage kommenden ├ärzte des ganzen Kantons mit einem Newsletter an, um m├Âgliche Teilnehmer am Pilotprojekt zu gewinnen.

(text:pd/bild:unsplash)