25 Mai 2022

Hagelabwehranlage in Grosshöchstetten kann weiterbetrieben werden

Seit Jahrzehnten betreibt der Obstbaubetrieb „Emmentaler Bergobst“ der Familie SchĂŒrch eine Hagelabwehranlage. Der Betrieb der Anlage bezweckt, Hagelschlag und damit SchĂ€den an Obst und Infrastrukturen im Betrieb und in der nahen Um-gebung und Region zu verhindern. Mit der EntzĂŒndung von Gas werden Schallwellen produziert, welche trichterförmig in die AtmosphĂ€re gelenkt werden.

Über die Wirksamkeit der Anlage wird kontrovers diskutiert. FĂŒr den Gemeinderat als verfahrensleitende Behörde ist entscheidend, ob der verursachte LĂ€rm zumutbar ist oder ob die seinerzeit bewilligte Anlage nach aktueller Umweltschutzgesetzgebung sanierungspflichtig ist. GestĂŒtzt auf LĂ€rmklagen in den letzten Jahren galt es zu prĂŒfen, ob Sanierungsmassnahmen anzuordnen sind oder nicht.

In einem ursprĂŒnglichen Entscheid von 2016 hat der Gemeinderat EinschrĂ€nkungen im Betrieb angeordnet. Dieser Entscheid stĂŒtzte sich inhaltlich auf eine LĂ€rm-beurteilung der zustĂ€ndigen kantonalen Behörde (KAPO, Fachstelle Akustik). Die Beschwerde des Anlagebetreibers gegen diesen seinerzeitigen Entscheid wurde oberinstanzlich gutgeheissen und die VerfĂŒgung mit den angeordneten EinschrĂ€n-kungen aufgehoben, hauptsĂ€chlich weil das LĂ€rmgutachten der kantonalen Fach-stelle als unzutreffend kritisiert worden ist. Gleichzeitig wurde der Gemeinderat als zustĂ€ndige Behörde angewiesen, das LĂ€rmschutzverfahren noch einmal aufzunehmen und die LĂ€rmbeurteilung zu wiederholen.

Im Rahmen des LĂ€rmschutzverfahrens wurde der Anlagebetreiber verpflichtet, ein neues LĂ€rmgutachten zu erstellen. Dieses fundiertere Gutachten zeigt, dass die Hagelabwehranlage die lĂ€rmschutzrechtlichen Anforderungen weitestgehend einhĂ€lt. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, den Weiterbetrieb der Anlage mit gewissen betrieblichen Vorgaben fĂŒr sensiblere Tageszeiten zu bewilligen. Das Verfahren wird nun ordnungsgemĂ€ss abgeschlossen.

(text:pd/bild:unsplash)