14 Februar 2026

Grosses Lob für die Organisatoren in Italien

Zur Halbzeit der Olympischen Spiele in Mailand-Cortina zieht der Schweizer Delegationsleiter Ralph Stöckli eine positive Bilanz – aus Sicht „seiner“ Athleten und der Organisation.

Sieben Schweizer Medaillen waren es zum Zeitpunkt, als Ralph Stöckli im „House of Switzerland“ in Cortina seine Zwischenbilanz zog – neun sollten es zwei Stunden später sein. Damit ist man im Soll und auf Kurs auf ähnlich viele Medaillen wie vor vier Jahren in China (15).

Der ehemalige Spitzencurler strich vor allem die alpinen Männer heraus, die für die mit Abstand meisten Medaillen sorgten, aber auch Mathilde Gremaud. Die Freeskierin aus dem Kanton Freiburg feierte Mit Gold im Slopestyle ihre vierte Olympia-Medaille. „In jedem Wettkampf, zu dem sie auf der olympischen Bühne gestartet ist, stand sie auf dem Podest“, zeigte sich Stöckli beeindruckt.

Allgemein gab es die Podestplätze da, wo man sie erwartet hatte. Die überraschendste Medaille war sicher die bronzene von Skispringer Gregor Deschwanden. Stöckli wies auch darauf hin, wie unterschiedlich 4. Plätze bewertet werden. Für Nadja Kälin im Langlauf oder Snowboarderin Noémie Wiedmer waren diese positiv, bei Andri Ragettli oder Marco Odermatt eine Enttäuschung. Insgesamt sei es aber „ein sehr solider Auftritt“ des Schweizer Teams.

Ein grosses Lob hatte der Schweizer Chef de mission für die italienischen Organisatoren. Die Eröffnungsfeiern seien sehr stimmungsvoll gewesen, und die Organisation an den einzelnen Wettkampforten hervorragend. Viel war im Vorfeld vom dezentralen Konzept mit sechs verschiedenen Austragungsorten gesprochen worden. „Die erste Bilanz fällt überraschend positiv aus.“

Die Infrastruktur vor Ort sei von hoher Qualität. „Die bestehenden Kompetenzen an den bewährten Wettkampfstätten sind hoch, das ist ein Schlüssel zum Erfolg.“ Das seien schliesslich die Erwartungen der Athleten, dass sie „einen top organisierten Wettkampf vorfinden“. Dass es dabei zum Teil Abstriche beim Olympiagefühl gebe, weil nicht alle am gleichen Ort sind, müsse dabei in Kauf genommen werden. „Das wissen die Sportler.“

„Es ist eine Herausforderung, den Teamspirit mit diesen dezentralen Standorten hochzuhalten“, gibt Stöckli zu. „Ich erlebe aber seit sieben Tagen jeden Tag Hühnerhaut-Gefühle.“ Speziell ausgerechnet in Bormio, wo am lautesten darüber geklagt wird, dass man isoliert sei. „Es ist ja lustig, dass es oft diese Teamevents sind, die vielleicht ganz nüchtern und sportlich betrachtet nicht ganz den gleichen Stellenwert haben, für die Athleten selber auch nicht“, stellt er fest. „Aber der Moment, der einem bleibt, das waren schon in der Vergangenheit solche Teamevents, bei denen eben die Top-Athleten gemeinsam antreten und auch Bilder und Emotionen entstehen, die sie teilen mit den Leuten draussen. Das sind immer sehr spezielle Momente.“

(text:sda/bild:unsplash)