11 Oktober 2021

Grosser Teil der Böden in Lausanne durch Dioxin verschmutzt

Die im FrĂŒhjahr in Lausanne entdeckte Belastung des Bodens durch Dioxin und Furan betrifft einen grossen Teil des Stadtareals. Der Kanton rĂ€t zum Verzicht auf den Verzehr von Eiern und KĂŒrbisgewĂ€chsen aus den am stĂ€rksten verseuchten Gebieten.

Die Behörden informierten im FrĂŒhling zum ersten Mal ĂŒber die erhöhte Dioxinbelastung. Als Sofortmassnahme schrĂ€nkten sie den Zugang zu neun besonders sensiblen Standorten ein. Am Montag legte StaatsrĂ€tin BĂ©atrice MĂ©traux (GrĂŒne) nun einen Lagebericht zur Dioxin- und Furankontaminierung in den betroffenen Gebieten vor.

Es handle sich um eine Hochrechnung auf der Grundlage der 126 untersuchten Standorte, sagte die Umwelt- und Sicherheitsdirektorin vor den Medien. Die belastete Zone erstrecke sich ĂŒber einen grossen Teil des oberen Lausanner Stadtgebiets sowie den sĂŒdlichen Teil der Gemeinden Mont-sur-Lausanne und Epalinges. Die Gemeinden Pully und Prilly seien nur geringfĂŒgig betroffen.

Die noch laufenden Untersuchungen scheinen zu bestÀtigen, dass die Kontaminierung mit der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage Vallon zusammenhÀngt, die 2005 ihren Betrieb eingestellt hat.

Eine Karte, die auf der Website des Kantons konsultiert werden kann, vermittelt ein genaueres Bild der Bodenverschmutzung. Das Modell grenzt vier Zonen ab, fĂŒr die der Kanton die wahrscheinliche Höhe der Dioxinkonzentration (ab 20 Nanogramm/Kilogramm) geschĂ€tzt hat. Im Zentrum liegt der höchste Wert bei ĂŒber 200 Nanogramm/Kilogramm.

Der Kanton hat beschlossen, die Nutzung der FlÀchen einzuschrÀnken, wenn der Grenzwert von 100 Nanogramm/Kilogramm erreicht wird.

Diese EinschrĂ€nkungen – bei denen es sich um Empfehlungen handelt – betreffen den Verzehr von Lebensmitteln von kontaminierten FlĂ€chen, einschliesslich KleingĂ€rten.

Die Behörden raten dazu, keine KĂŒrbisgewĂ€chse, die Dioxine anreichern, wie Gurken, Zucchini oder Melonen zu essen, die in den stark belasteten FlĂ€chen kultiviert wurden. Das Gleiche gilt fĂŒr Eier von HĂŒhnern, die in diesen Gebieten gehalten werden.

(text:sda/bild:unsplash)