7 M├Ąrz 2024

GLP will umfassende Erbschaftssteuer im Kanton Bern

Wer heute im Kanton Bern von seinen Eltern erbt, zahlt keine Steuern auf seinem Erbertrag. Gerade linken Politikerinnen und Politikern ist das ein Dorn im Auge. Damit w├╝rde sich das Volksverm├Âgen immer st├Ąrker konzentrieren, so das Argument. Nun soll im Berner Kantonsparlament ein Vorstoss eingereicht werden, der eine umfassende Erbschaftssteuer fordert. Und dieser kommt von eher unerwarteter Seite.

Die Gr├╝nliberalen wollen noch in der laufenden Session einen Vorstoss zur Einf├╝hrung einer umfassenden Erbschaftssteuer im Kanton Bern einreichen.

Das liberale Versprechen, dass man es durch Eigenleistung an die Spitze der Gesellschaft schaffen k├Ânne, sei heute nicht mehr gegeben, erkl├Ąrt Mitmotion├Ąr Tobias V├Âgeli (GLP). Man k├Ânne noch so viel arbeiten, wer nicht erbe, werde nie zu den reichsten Bev├Âlkerungsschichten geh├Âren. Das m├╝sse man korrigieren.

Dazu komme die demographische Entwicklung, wie V├Âgeli weiter ausf├╝hrt. Momentan finanziere sich das Gemeinwesen prim├Ąr durch Einkommen. Weil aber die Gesellschaft im Schnitt altert, w├╝rden die Staatsausgaben tendenziell ansteigen, die Einnahmen durch Einkommenssteuern aber tendenziell sinken. Darum m├╝ssten f├╝r den Staat auch neue Einkommenssteuern erschlossen werden, zeigt sich V├Âgeli ├╝berzeugt.

Den Gr├╝nliberalen schwebt ein Freibetrag bis zehn Millionen Franken vor. Dieser soll es erm├Âglichen, kleinere Verm├Âgen, Liegenschaften oder KMUs weiterhin steuerfrei zu vererben.

Die Einnahmen durch die Erbschaftssteuer soll f├╝r die Senkung der Einkommenssteuern eingesetzt werden. Davon w├╝rden letztlich alle profitieren, auch die neu Erbschaftsbesteuerten. Schliesslich werde das Geld zu Lebzeiten tiefer besteuert.
Und ja, man k├Ânne schon von Umverteilung sprechen, so V├Âgeli, aber seiner Meinung nach ein ┬źrichtiger┬╗ Umverteilungsmechanismus: Die Schere zwischen Arm und Reich gehe nicht aufgrund von Einkommensunterschieden immer weiter auseinander, sondern weil Verm├Âgen immer konzentrierter anwachsen und dann vererbt w├╝rden. Da sei eine Umverteilung tats├Ąchlich sinnvoll. Soziale Gleichheit sei auch wichtig f├╝r den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Ausserdem seien Erbschaftssteuern ein urliberales Anliegen und laut den Wirtschaftswissenschaften die effektivste und gerechteste Steuer sei.
(text:csc/bild:beo)