8 August 2023

Glencore nach Ausnahmejahr mit tieferem Semester-Ergebnis

Der Rohstoffkonzern Glencore verdient nach dem Ausnahmejahr 2022 deutlich weniger Geld. In der ersten Jahresh├Ąlfte fielen sowohl der Umsatz als auch der Gewinn wegen gesunkener Energie- und Rohstoffpreisen sowie h├Âherer Kosten deutlich tiefer aus. Der Konzern sieht sich aber f├╝r die Zukunft gut ger├╝stet.

In den Monaten Januar bis Juni sackte der Umsatz um ein F├╝nftel auf 107,4 Milliarden US-Dollar ab, wie Glencore am Dienstag mitteilte. Der adjustierte Betriebsgewinn (EBITDA) halbierte sich von 18,9 Milliarden im Vorjahr auf nun noch 9,4 Milliarden Dollar. Inklusive Abschreibungen (adjustierter EBIT) betrug das Resultat 6,3 Milliarden Dollar nach 15,4 Milliarden.

Noch im letzten Jahr hatte Glencore vom hohen Niveau der Rohstoffpreise und dem ausserordentlich florierenden Handelsgesch├Ąft profitiert. Nun brach der Gewinn auf 4,6 Milliarden ein, nachdem sich das Ergebnis im Vorjahr auf 12,1 fast verzehnfacht hatte.

Konzernchef Gary Nagle zeigt sich trotz des Einbruchs an einer Telefonkonferenz zufrieden mit dem Erreichten. Das Gesch├Ąftsmodell habe sich angesichts der Marktbedingungen bew├Ąhrt, sagte er. „Klammert man das Ausnahmejahr 2022 aus, war dies das beste Halbjahresergebnis seit 10 Jahren.“

F├╝r die Zukunft sei der richtige Weg eingeschlagen worden, um in einer „Net-zero“-Welt erfolgreich zu sein, sagte der CEO weiter.

Bereits Ende Juli hatte Glencore tiefere F├Ârdermengen seiner Bergbau- und ├ľlf├Ârder-Division publiziert. Konkret meldete der Rohstoffkonzern etwa eine Reduktion der gef├Ârderten Kohle um 2 Prozent auf gut 54 Millionen Tonnen sowie ein Minus bei Kupfer um 4 Prozent auf 488’000 Tonnen. F├╝r das zweite Halbjahr deutete Finanzchef Steven Kalmin aber eine deutliche Verbesserung an.

Den Ausblick best├Ątigte der Konzern: laut Nagle ist Glencore „auf Kurs“ f├╝r die Jahresziele. So wird weiter ein Marketing-EBIT f├╝r 2023 im Bereich von 3,5 bis 4,0 Milliarden Dollar und damit ├╝ber der langfristigen Prognose liegend angestrebt. Die j├Ąhrlichen Investitionen bis 2025 sollen durchschnittlich bei rund 5,6 Milliarden liegen.

Zudem startet Glencore ein weiteres Aktienr├╝ckkaufprogramm ├╝ber 1,2 Milliarden Dollar, das bis zur Ver├Âffentlichung der Jahreszahlen im Februar 2024 laufen soll. Insgesamt sollen laut Finanzchef Kalmin die gesamten Aussch├╝ttungen an die Aktion├Ąre 2023 die Marke von 10 Milliarden Dollar ├╝bersteigen.

(text:sda/bild:unsplash)