15 April 2024

Gewaltiger Bergsturz im Engadin wohl glimpflich ausgegangen

Ein gewaltiger Bergsturz in der Berninagruppe im Engadin ist am Sonntag nach bisherigen Erkenntnissen ohne ernsthafte Folgen geblieben. Menschen wurden allem Anschein nach nicht verletzt. Im Val Roseg verteilt sich die abgestĂŒrzte Gesteinsmasse auf einer LĂ€nge von ĂŒber fĂŒnf Kilometern.

Der Bergsturz habe sich am knapp 4000 Meter hohen Piz Scerscen am Sonntag um 06:56 Uhr ereignet, sagte der GemeindeprÀsident von Samedan, Gian Peter Niggli, auf Anfrage zu verschieden Medienberichten. Das Bergsturzgebiet oberhalb des Ferienortes Pontresina befinde sich auf Samedaner Gemeindegebiet.

Das Volumen des Bergsturzes werde auf ĂŒber eine Million Kubikmeter geschĂ€tzt, womit dieser die Grössenordnung des Bergsturzes von Bondo im Bergell im Jahr 2017 erreiche. Das Gestein tĂŒrme sich im bekannten Val Roseg meterhoch, erklĂ€rte Niggli. Die Dimension des Bergsturzes sei „sehr selten“.

„SuchflĂŒge haben am Sonntag keine Hinweise auf verschĂŒttete Menschen gebracht“, sagte Anita Senti, Medienverantwortliche der BĂŒndner Kantonspolizei, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es seien keine Spuren entdeckt worden und es lĂ€gen auch keine Vermisstmeldungen vor.

TourengĂ€nger, die im Bergsturzgebiet im Winterraum der geschlossenen SAC-HĂŒtte Tschierva ĂŒbernachtet hĂ€tten, seien in Sicherheit. „Man darf annehmen, dass zu dieser Morgenzeit niemand im Gebiet unterwegs war“, sagte dazu GemeindeprĂ€sident Niggli.

Die Behörden rieten von einer Begehung des Rosegtals und des Bergsturzgebietes ab. Gesperrt war das Gebiet laut Niggli aber nicht. „Dazu ist das Gebiet viel zu gross“, sagte er.

Die Gemeinde Samedan analysiere zusammen mit dem kantonalen Amt fĂŒr Wald und Naturgefahren die Situation und werde danach etwaige Massnahmen treffen, erklĂ€rte der GemeindeprĂ€sident. Angeschaut werde die Gefahr einer allfĂ€lligen Seebildung im Tal durch eine stauende Wirkung der Bergsturzmasse. Es gehe aber vor allem um den Umgang mit verschĂŒtteten Wanderwegen.

Wie der SAC-Bernina auf seiner Webseite schreibt, sind Zustiege zu den BerghĂŒtten Tschierva und Coaz vom Bergsturz betroffen. Querungen des Tschierva-Gletschers zu Piz Roseg, Piz Scerscen und Piz Aguagliouls seien ebenfalls tangiert.

(text:sda/bild:keystone)