1 Oktober 2021

Gewalt im Alter soll mit PrÀvention verhindert werden

Pro Senectute richtet am internationalen Tag des Alters einen Appell an die Politik: Es brauche ein klares Bekenntnis, das Tabuthema Gewalt anzugehen und mit PrÀvention weitere FÀlle zu verhindern. Nur so könne Leid im letzten Lebensabschnitt verhindert werden.

Bis zu einer halben Million Menschen im Pensionsalter sei jĂ€hrlich von Gewalt und Missbrauch betroffen – Tendenz steigend, schreibt Pro Senectute in einer Mitteilung vom Freitag. Doch die Politik richte ihr Augenmerk noch zu wenig auf dieses Tabuthema.

Ein Ausbau bei der Betreuung Ă€lterer Menschen zu Hause, Betreuungs- und UnterstĂŒtzungsangebote sowie FrĂŒherkennung nĂ€hmen bei der PrĂ€vention eine SchlĂŒsselrolle ein. Leider könnten sich viele Menschen Betreuungsleistungen nicht leisten, denn diese seien im Gegensatz zur Pflege nicht durch die Grundversicherung der Krankenkasse abgedeckt.

Laut pro Senectute sollten deshalb Betreuung- und UnterstĂŒtzungsangebote ganz oder zumindest teilfinanziert werden. Zentral sei zudem, dass FĂ€lle und Verdachtsmomente gemeldet werden können. Hier solle sich die Politik vermehrt einsetzen, denn alle Seniorinnen und Senioren sollten sich laut der Organisation in Zukunft unterstĂŒtzende Dienstleistungen leisten können.

Die Zahl der zur Anzeige gebrachten FĂ€lle von Gewalt und Missbrauch bei Senioren verdopple sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren, heisst es weiter. Aus Angst oder Scham werde jedoch nur ein Bruchteil der Delikte zur Anzeige gebracht. Es mĂŒsse davon ausgegangen werden, dass fast jede dritte Person im Pensionsalter hierzulande einmal in einer Form von Gewalt und Missbrauch betroffen war.

(text:sda/bild:unsplash)