11 September 2021

Gesundheitsdirektion Àussert sich zum Vorwurf Bettenabbau

Die Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion Ă€usser sich via Soziale Medien ĂŒber den Vorwurf zum Bettenabbau wĂ€hrend der Pandemiezeit. Auf Facebook veröffentlichte sie am Freitagabend folgenden Post:

“Immer mehr Stimmen erheben sich, um den Bettenabbau, der derzeit in KrankenhĂ€usern praktiziert wird, anzuprangern, und zwar mitten im Corona-Virus. Ein kurzer Blick in die Statistik lĂ€sst sich davon abziehen, dass derzeit weniger Betten als zu Beginn der Pandemie verfĂŒgbar sind. Um diese Entwicklung zu verstehen, sind allerdings einige Kontextelemente erforderlich.

Der Kanton Bern hat in normaler Lage rund 100 Betten auf einer zertifizierten Intensivstation. Im FrĂŒhjahr 2020 hat sich diese Zahl dank der vorĂŒbergehenden Bereitstellung zusĂ€tzlicher Betten mehr als verdoppelt. Das war nur möglich, weil die Wahlbetriebe, also die, deren Termin gewĂ€hlt wurde, wĂ€hrend der ersten Welle abgesagt und dann in der zweiten deutlich reduziert wurden. Damit wurde mehr Personal entlassen, was parallel zu einer Zunahme der Intensivbetten fĂŒhrte. Qualitativ gesehen waren diese gut hundert Betten, die zusĂ€tzlich zu anderen zur VerfĂŒgung gestellt werden konnten, keine zertifizierten Intensivstationen. Die technischen Kriterien waren nicht alle erfĂŒllt, und das Personal, das angefordert wurde, hatte nicht unbedingt alle – besonders hohen – Qualifikationen, die fĂŒr die Betreuung beatmeter Patienten erforderlich waren. Wenn diese Betten belegt wĂ€ren, wĂ€re die QualitĂ€t der Behandlungen stark belastet worden. HĂ€tte sich der Bedarf auch weiter erhöht, hĂ€tte das Gesundheitssystem dann in die Katastrophenmedizin umstellen sollen. Das wĂ€re eine Maßnahme der letzten Mittel gewesen. Wir wissen heute deutlich mehr ĂŒber diesen Virus und sind in der Lage, die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit zu treffen, um eine Überlastung der KrankenhĂ€user zu vermeiden. Deshalb ist die langfristige Bereitstellung dieser provisorischen Intensivbetten nicht mehr hilfreich.

Dass die KapazitĂ€ten der KrankenhĂ€user weitgehend von den verfĂŒgbaren ArbeitskrĂ€ften abhĂ€ngen, ist ein weiterer Schwankungsfaktor fĂŒr die Anzahl der Intensivbetten. Um aber zu gewĂ€hrleisten, dass das seit mehr als anderthalb Jahren stark geforderte Gesundheitspersonal weiterhin in der Lage ist, seinen Auftrag zu erfĂŒllen, muss es dringend Ruhe erhalten. In den Ferien sind die Teams in KrankenhĂ€usern aufgrund der Abwesenheit einiger ihrer Mitglieder in kĂŒrzeren Zeiten. Der koordinierte Gesundheitsdienst (SSC) erhöht regelmĂ€ĂŸig die BettenkapazitĂ€t der KrankenhĂ€user ĂŒber das Informations-und Interventionssystem (SII). Obwohl vorĂŒbergehend und mit UrlaubsausfĂ€llen verbunden ist, fĂŒhrt die Nichtnutzung von betrieblichen Betten, die in regelmĂ€ĂŸigen Umfragen nicht erscheinen, zu einem saisonalen RĂŒckgang in der Statistik. Diese KapazitĂ€ten bleiben jedoch kurzfristig mobilisiert.

Diese ErklĂ€rungen zeigen, dass kein Bett gelöscht wurde. Wenn man von der Überlastung der KrankenhĂ€user spricht, dann ist das kein Untergrund: Die Bedrohung ist real.”

(text:gis-facebook&ch/bild:unsplash)