14 August 2021

Genua gedenkt der Toten des Br├╝ckeneinsturzes

Die norditalienische Hafenstadt Genua hat am Samstag der 43 Toten des Einsturzes einer Autobahnbr├╝cke vor drei Jahren gedacht. Bei einer Zeremonie legten B├╝rger und Politiker um 11.36 Uhr eine Schweigeminute ein, w├Ąhrend die Kirchenglocken der Stadt l├Ąuteten und die Sirenen der Schiffe im Hafen dr├Âhnten, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Betroffene, die beim Ungl├╝ck vor drei Jahren ihre H├Ąuser verloren hatten, und andere B├╝rger warfen weisse Rosen in den Bach Polcevera.

Einer der drei Pylone des Polcevera-Viadukts, bekannt auch als Morandi-Br├╝cke, war am 14. August 2018 w├Ąhrend eines Unwetters eingest├╝rzt. Er riss dabei ein Teilst├╝ck der Fahrbahn mit in die Tiefe. Die innerst├Ądtische Autobahnbr├╝cke war Teil der Autobahn A 10 von Norditalien zur franz├Âsischen Grenze. Anfang August 2020 wurde ein Neubau mit dem Namen San-Giorgio-Br├╝cke eingeweiht.

43 Menschen starben bei dem Ungl├╝ck, hunderte, die unter der Br├╝cke wohnten, wurden obdachlos. Als m├Âgliche Ursache gilt eine all zu nachl├Ąssige Wartung des Bauwerks mit seinen st├Ąhlernen Tragseilen. Der Prozess gegen die mutmasslichen Verantwortlichen steht noch bevor. F├╝r Oktober ist eine Voranh├Ârung angesetzt.

Italiens Justizministerin Marta Cartabia versprach den Angeh├Ârigen der Opfer am Samstag Gerechtigkeit. „Ich stehe hier als Mutter“, sagte sie laut Ansa. Es habe nie die Gefahr bestanden, dass die schwersten Delikte im Zusammenhang mit dem Ungl├╝ck verj├Ąhrten, versicherte sie unter dem Applaus der Zuh├Ârer.

(text:sda/bild:unsplash)