7 Juni 2023

Genfer UniversitÀtsspital will Impfstoff gegen Hautkrebs testen

Das Genfer UniversitĂ€tsspital (HUG) will einen mRNA-Impfstoff gegen Hautkrebs testen. Die bisherigen Ergebnisse deutete der Leiter der Abteilung fĂŒr Onkologie als „Ă€usserst beeindruckend“. Er hofft, die klinische Studie im Sommer oder Herbst dieses Jahres zu starten.

„Das HUG gehört – wahrscheinlich zusammen mit drei weiteren Standorten in der Deutschschweiz – zu den Zentren, die an einer weltweit organisierten Phase-3-Studie teilnehmen werden“, sagte der Professor fĂŒr Onkologie Olivier Michielin in einem am Mittwoch publizierten Interview in der Zeitung „Le Temps“.

Wird der Impfstoff zusammen mit dem Krebsmedikament Keytruda eingenommen, soll er ein Leben frei von Metastasen fĂŒr Hautkrebspatientinnen und -Patienten ermöglichen. Ziel ist es laut Michielin, diese Kombination Patientinnen und Patienten mit einem hohen RĂŒckfallrisiko anzubieten.

Michielin Ă€usserte sich im Anschluss an den weltweit grössten jĂ€hrlichen Krebskongress in Chicago. Dort sind die Ergebnisse des Boten-RNA-Impfstoffes vom Hersteller Moderna vorgestellt worden. Sie zeigten – in Kombination mit dem Krebsmedikament – einen signifikanten RĂŒckgang der RĂŒckfĂ€lle. Das Risiko eines RĂŒckfalls von Metastasen in anderen Organen als der Haut werde um 65 Prozent gesenkt. Eine Immuntherapie alleine reduziere die Wahrscheinlichkeit um 40 Prozent, sagte der Onkologe.

„Wir rechneten absolut nicht damit, jemals solche Zahlen zu sehen“, sagte Michielin. Die Aufregung am Kongress sei spĂŒrbar gewesen. Die mRNA-Technologie habe den Bereich der Krebsimpfungen revolutioniert. Denn mit ihr gebe es die Möglichkeit, auf viele spezifische Mutationen abzuzielen.

Da diese Art von Impfstoff wenig toxisch sei, wÀre auch die Anwendung bei Transplantationen denkbar, sagte Michielin. NÀmlich dann, wenn eine Immuntherapie nicht möglich sei.

(text:sda/bild:sda)