10 September 2021

Genfer Gericht verurteilt Mitglied der Herrscherfamilie Kuwaits

Das Genfer Strafgericht hat ein prominentes Mitglied der Herrscherfamilie Kuwaits wegen UrkundenfĂ€lschung zu einer Haftstrafe verurteilt. Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah soll einen fingierten Putschversuch genutzt haben, um sich Vorteile gegenĂŒber Rivalen zu schaffen.

Das Gericht sprach gegen den frĂŒheren SportfunktionĂ€r und OPEC-GeneralsekretĂ€r am Freitag eine 30-monatige Haftstrafe aus, von der er die HĂ€lfte im GefĂ€ngnis absitzen soll. Scheich Ahmad kĂŒndigte umgehend Berufung an. „Ich glaube, dass ich unschuldig bin“, sagte er zu Journalisten.

Der Fall dreht sich um Videos, die angeblich zeigen, wie der ehemalige Premierminister Scheich Nasser al-Mohammed und der ehemalige Parlamentssprecher Jassem al-Kharafi den Sturz des damaligen kuwaitischen Emirs planen. Laut Staatsanwaltschaft habe Scheich Ahmad gewusst, dass die Videos, die er an die kuwaitischen Behörden weitergegeben hatte, gefÀlscht waren.

Der Scheich erklÀrte vergangene Woche vor Gericht dagegen, er habe die Videos den kuwaitischen Behörden in dem Glauben vorgelegt, dass sie authentisch seien.

Der 58-JĂ€hrige war einer von fĂŒnf Angeklagten in dem Prozess, die alle verurteilt wurden. Das Betrugsverfahren fand in der Schweiz statt, weil einer der Mitangeklagten des Scheichs zum Zeitpunkt des angeblichen Putschversuchs ein in Genf ansĂ€ssiger Anwalt war, der ihn vertrat.

Der Fall hat die kuwaitische Herrscherfamilie gespalten hat und Scheich Ahmad veranlasst, sich von einigen seiner sportlichen Ämter zurĂŒckzuziehen, einschliesslich der Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee.

(text:sda/bild:pixabay)