28 Januar 2022

Genf verbietet Rauchen an Haltestellen, Spiel- und SportplÀtzen

Rauchen an öffentlichen PlĂ€tzen und Anlagen wie Bushaltestellen, Schulen, SpielplĂ€tzen, Sportzentren und SchwimmbĂ€dern ist in Genf kĂŒnftig verboten. Der Grosse Rat hat einer GesetzesĂ€nderung des Rauchverbots am Freitag mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Das verschĂ€rfte Rauchverbot ist damit das strengste der ganzen Schweiz. Der Entscheid fiel mit 63 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen. Diese GesetzesĂ€nderung ziele darauf ab, die Bevölkerung, insbesondere die Jugend, vor der Exposition gegenĂŒber dem Rauchen zu schĂŒtzen, sagte der MCG-Abgeordnete Sandro Pistis.

Auf den Glimmstengel verzichten mĂŒssen Raucherinnen und Raucher im Kanton Genf an öffentlich zugĂ€nglichen Orte im Freien. Dazu gehören zum Beispiel alle AusbildungsstĂ€tten, Schulen, KindergĂ€rten und SpielplĂ€tze. Betroffen sind auch Sportanlagen wie SchwimmbĂ€der, FussballplĂ€tze und TribĂŒnen sowie Eisbahnen. Auch auf GelĂ€nden von Tages- und Ferienlagern sowie Haltestellen des öffentlichen Verkehrs darf in Zukunft nicht mehr geraucht werden.

Der Anblick von rauchenden Menschen oder Zigarettenstummeln auf dem Boden könne dazu beitragen, dass Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, sagte die SP-Abgeordnete Jennifer Conti, die den Gesetzentwurf eingebracht hatte. Mehrere LĂ€nder, darunter Frankreich, Spanien, die USA und Kanada, hĂ€tten bereits rauchfreie öffentliche Aussenbereiche geschaffen. „Mit diesem Text wird der Kanton Genf zum Vorreiter in der Schweiz“, stellte die GrossrĂ€tin fest.

„Dieser Gesetzentwurf ist innovativ“, rĂ€umte der fĂŒr die Gesundheit zustĂ€ndige Staatsrat Mauro Poggia (MCG) ein. Der Magistrat schloss jedoch nicht aus, dass einige Bestimmungen wie das Rauchverbot an Bushaltestellen, gerichtlich angefochten werden könnten.

In der Schweiz gilt seit 2010 das Bundesgesetz vor Passivrauchen. Dieses verbietet unter anderem das Rauchen in allen geschlossenen RĂ€umen, wenn sie öffentlich zugĂ€nglich sind oder mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen. Die Kantone dĂŒrfen aber strengere Vorschriften erlassen.