20 September 2022

Gebirgskantone fordern mehr Unterst├╝tzung im Kampf gegen den Wolf

Mehr Geld vom Bund f├╝r den Herdenschutz sowie eine Begrenzung der Schweizer Wolfspopulation auf 17 Rudel: Die Regierungskonferenz der Gebirgskantone hat am Dienstag ein Umdenken im Umgang mit dem Wolf gefordert.

Insbesondere solle der Wolfsbestand analog der Steinwildpopulation „aktiv reguliert“ werden, wie aus der Mitteilung der Gebirgskantone hervorgeht. K├╝nftig sollen demnach schadenstiftendene W├Âlfe rascher geschossen werden k├Ânnen. Zudem soll die Wolfspopulation durch Abschlusspl├Ąne pro Kanton beschr├Ąnkt werden, um eine „tragf├Ąhige Koexistenz von Wolf, Mensch und Nutztieren“ im Alpenraum zu erm├Âglichen.

Als Zielgr├Âsse formulierten die Gebirgskantone 17 Rudel. Es sei die aus fr├╝heren Studien hervorgegangene Mindestgr├Âsse der Wolfspopulation, um die Arterhaltung des Wolfs in den Alpen zu gew├Ąhrleisten, hiess es in der Mitteilung.

Aktuell leben in der Schweiz laut Kora, der Stiftung f├╝r Raubtier├Âkologie und Wildtiermanagement, 19 Wolfsrudel. Insgesamt streiften 180 W├Âlfe durchs Land.

Die Gebirgskantone bef├╝rchten, dass der Bestand weiterhin „exponenziell“ zunimmt. In den letzten drei Jahren habe er sich bereits verdoppelt, hiess es in der Mitteilung. In den Kantonen Wallis, Graub├╝nden, Glarus, Tessin und Uri seien 2022 insgesamt schon 1000 Schafe und Rinder gerissen worden.

Um die Alpwirtschaften besser zu sch├╝tzen, verlangen die Bergkantone zudem mehr Geld vom Bund f├╝r den „personell und finanziell“ aufwendigen Herdenschutz. Zudem sollen die Schutzkonzepte konkret auf die einzelnen Alpbetriebe abgestimmt sein. Das sei zwar „administrativ aufwendig, aber zielf├╝hrend“.

Die Gruppe Wolf Schweiz unterst├╝tzte am Dienstag in einer Mitteilung die Forderung nach einer besseren finanziellen Unterst├╝tzung des Herdenschutzes durch den Bund. Allerdings bef├╝rchtete sie, dass die geforderte Individualisierung der Schutzkonzepte zu einer „Aufweichung des Herdenschutzes“ f├╝hren w├╝rde. Dies w├╝rde Konflikte versch├Ąrfen, anstatt verhindern, schrieb die Gruppe Wolf Schweiz.

Wie die Gebirgskantone betonten, basierten die Forderungen auf zwei ebenfalls am Dienstag publizierten Auftragsstudien des Beratungsb├╝ros Alpe sowie vom Institut f├╝r Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universit├Ąt f├╝r Bodenkultur Wien.

(text:sda /bild:keystone)