23 Januar 2023

FĂŒr das Alpenschneehuhn wird es eng

Das Alpenschneehuhn ist besonders vom Klimawandel betroffen. Sein Lebensraum schrumpft wegen des Anstiegs der Waldgrenze, und neue Tourismusprojekte im Hochgebirge drohen noch mehr Störung in die Alpen zu bringen.

Der viel zu milde Winter hat Diskussionen angestossen, die auch das Alpenschneehuhn betreffen und ihm schaden könnten: Infrastruktur fĂŒr Wintersportanlagen sollen in immer höheren Lagen gebaut werden, notfalls auch auf Kosten des Naturschutzes. FĂŒr den Fortbestand des Alpenschneehuhns in der Schweiz gilt es aber, die verbleibenden vielfĂ€ltigen LebensrĂ€ume zu erhalten und vor Wintersport-Infrastrukturen freizuhalten und menschliche Störungen zu minimieren. Sonst droht das Alpenschneehuhn langfristig aus den Alpen zu verschwinden.

In seinem Revier benötigt das Alpenschneehuhn offene Gebiete mit wenig Vegetation und eine hohe Vielfalt an Steinen und Felsformationen. LebensrĂ€ume mit Skipisten, BĂ€umen, einer dichten Vegetation oder sogar Wald in der NĂ€he werden kaum besiedelt. Mit den immer höheren Temperaturen steigt allerdings die Baumgrenze an, was den Lebensraum des Alpenschneehuhns verkleinert. Die letzten verbleibenden NaturrĂ€ume im Hochgebirge fĂŒr den Ausbau von Wintersportanlangen zu opfern wĂ€re fatal, ganz zu schweigen von den zusĂ€tzlichen Störungen durch die zunehmende PrĂ€senz des Menschen in Winter und Sommer.

Weniger verfĂŒgbarer Lebensraum und sinkende BestĂ€nde fĂŒhren zu einer Isolation der Populationen voneinander – ein ideales Rezept, um das Aussterben zu beschleunigen. Und tatsĂ€chlich: Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Bestand um rund ein Drittel zurĂŒckgegangen. Auch wenn in den letzten Jahren keine weiteren RĂŒckgĂ€nge festgestellt wurden, sind die langfristigen Aussichten fĂŒr das Alpenschneehuhn schlecht. Dabei trĂ€gt die Schweiz eine hohe internationale Verantwortung fĂŒr das Überleben dieser Art – immerhin brĂŒten 40 % der mitteleuropĂ€ischen Population in der Schweiz.

(text:pd/bild:zvg/vogelwarte; Ralph Martin)