Frutigen: Beschluss zur Stärkung der geburtshilflichen Versorgung
Mit der Schliessung der Geburtenabteilung im Spital Frutigen ist im Kander- und Engstligtal eine erhebliche Lücke in der regionalen geburtshilflichen Versorgung entstanden. Um die wohnortnahe Betreuung von Schwangeren und Familien weiterhin sicherzustellen, wurde der Gönnerverein Geburtshilfe Kander- und Engstligtal gegründet. Mit dem Projekt der «talhebammen» verfolgt der Gönnerverein das Ziel, ein vielseitiges geburtshilfliches Angebot in der Region aufzubauen und sicher zu stellen. Damit die finanziellen Aufwendungen für dieses Angebot gedeckt werden können, ersuchen die talhebammen sämtliche Gemeinden der Region um finanzielle Unterstützung.
Eine geburtshilfliche Zwischenstation im Kander- und Engstligtal fehlt aktuell zweifellos und eine Lösung ist dringend notwendig. In Reichenbach im Kandertal konnten geeignete Räumlichkeiten gefunden werden, die aktuell zu einer modernen Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit umgebaut werden. Die Praxis wird von fünf erfahrenen Hebammen, den «talhebammen», geführt. Sie gewährleisten eine fachlich kompetente Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, wobei sie damit einen wichtigen Beitrag zur geburtshilflichen Grundversorgung in der Region erbringen. Die Hebammen werden zu zweit rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr auf Pikett sein und die jungen Familien in der Praxis in Reichenbach betreuen und beraten.
Weil die Finanzierung des Geburtshauses ohne kantonalen Leistungsauftrag eine zentrale Herausforderung darstellt, ersuchten die talhebammen am 24 Februar 2026 die Gemeinde Frutigen um finanzielle Unterstützung. Dies im Umfang von CHF 1.50 pro Einwohner/in und Jahr, für die Jahre 2027 und 2028. Der Gemeinderat will dieses wichtige Projekt im vorgesehenen Umfang, im Sinn eines Startbeitrages für die Jahre 2027 und 2028, unterstützen. Im Gegenzug verlangt der Gemeinderat, die Ausarbeitung einer Leistungsvereinbarung, die Ein-sicht in die Geschäftsbücher als auch mittelfristig eine erneute Beurteilung der wirtschaftlichen Situation des Projekts um die talhebammen.
(text:pd/bild:unsplash)