24 Oktober 2022

Freispruch f├╝r Pistenchef von Adelboden aufgehoben

Das Bundesgericht hat den Freispruch f├╝r den Pistenchef der Bergbahnen von Adelboden aufgehoben und den Fall zur neuen Beurteilung an das Berner Obergericht zur├╝ckgewiesen. Die Familie einer 2015 t├Âdlich verungl├╝ckten 13-J├Ąhrigen hatte Beschwerde erhoben.

Der Pistenchef war im Mai 2020 vom Bezirksgericht Oberland wegen fahrl├Ąssiger T├Âtung verurteilt worden. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagess├Ątzen zu 130 Franken. Im Dezember 2021 sprach ihn das Obergericht des Kantons Bern frei, da der Unfall haupts├Ąchlich auf einen Kontrollverlust des Opfers zur├╝ckzuf├╝hren war.

In einem am Montag ver├Âffentlichten Entscheid hat das Bundesgericht dieses Urteil aufgehoben. Das Obergericht habe den Grundsatz „im Zweifel f├╝r den Angeklagten“ falsch angewendet. Diese Maxime sollte sich laut den Lausanner Richtern nicht auf die individuelle W├╝rdigung von Beweisen beziehen, sondern auf eine umfassende und abschliessende Analyse der Situation.

Dar├╝ber hinaus st├╝tzten die Berner Richter ihre Schlussfolgerungen auf Fotos des Unfallortes, die nicht mit der Sicht des Opfers ├╝bereinstimmten. Tats├Ąchlich war die Stelle in der Zwischenzeit von anderen Skifahrern, Zuschauern und den Rettungskr├Ąften zertrampelt worden.

Das Opfer besuchte einen Skikurs. Sie war die Letzte in der Gruppe, als sie am 26. Februar 2015 gegen Abend verungl├╝ckte. Sie war offenbar einer Spur gefolgt, die von der Piste wegf├╝hrte.

Etwa 1,2 Meter vom Rand entfernt fiel das M├Ądchen kopf├╝ber in einen mit Wasser gef├╝llten Graben. Sie war mehrere Minuten lang teilweise unter Wasser geblieben, bevor sie gerettet wurde. Sie starb noch am selben Abend im Krankenhaus.

(text:sda/bild:beo)