8 April 2026

Saisonstart für Freilichtmuseum Ballenberg

Das Freilichtmuseum Ballenberg öffnet seine Türen am Donnerstag, 9. April für die Saison 2026. Für das neue Jahr wurde das Jahresthema Biodiversität «Ballenberg – tierisch vielfältig» gewählt, weshalb es für eine entsprechende Geräuschekulisse zwischen historischen Gebäuden sorgt. Weiter erfahren Gäste mehr über die Pionierinnen der Schweizer Landwirtschaft, können dank digitaler Magie mit dem Bauernhaus aus Adelboden über dessen turbulente Geschichte plaudern und live erleben, wie ein neues Strohdach entsteht.

Das Jahresthema Biodiversität «Ballenberg – tierisch vielfältig» nimmt die Gäste mit auf eine Entdeckungsreise durch das Museumsgelände, wo es zwischen den historischen Gebäuden, in den Gärten und auf den Weiden herzhaft summt, zwitschert, muht, grunzt und gackert. Wer länger verweilen möchte, macht es sich auf dem Hochsitz beim Wyssensee gemütlich – mitten im Naturschutzgebiet und direkt an einem Laichgewässer für Amphibien, wo das feine Zirpen der winzigen Sumpfgrille zu hören ist. Dank Kameras beobachten Gäste zudem Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere.

Die weibliche Sicht der Landwirtschaft
Im Internationalen UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen ist im Bauernhaus aus Ostermundigen eine Sonderausstellung zu sehen: «Frauen in der Landwirtschaft: gestern – heute – morgen» lädt dazu ein, die weibliche Perspektive der Schweizer Landwirtschaft zu entdecken. Die Gäste können spielerisch ihr Wissen in einem Quiz testen. Pionierinnen erzählen zudem, wie sie während der Kriegsjahre plötzlich die Höfe leiten mussten und das erste Mal in ihrem Leben eine Hose anzogen.

Zu Wort kommen auch Frauen, die in der Ausbildung zur Landwirtin sind, sowie erfahrene Betriebsleiterinnen, Landwirtinnen und Bäuerinnen, die sich heute auf ihren Betrieben um Wasserbüffel und Hühner, das Käsemachen und Brotbacken, Gemüse und Reben kümmern. Aber auch die Kleinsten werden durch Bilderbücher zum Thema Bauernhof, Tier- und Hofbilder zum Ausmalen, ein Memory und ein spezielles Leiterlispiel unterhalten. Die multimediale Sonderausstellung wurde vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID kuratiert wie auch konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV und dem Freilichtmuseum Ballenberg realisiert.

Was ist neu und was bleibt gleich?
Wie kann man komplexes und umfangreiches Wissen museal vermitteln? Im Bauernhaus aus Adelboden sind Gäste in dieser Saison Teil eines Forschungsprojekts des Freilichtmuseums und der Hochschule Luzern. Verschiedene Mixed-Reality-Anwendungen werden an zwei Tagen pro Woche begleitet getestet. Der Ofen in der Stube zum Beispiel erzählt den Besuchenden mit Hilfe eines Tabletts etwas über jene Zeit, als das Haus als Jugendherberge diente. Oder sie unterhalten sich gleich mit dem ganzen Haus, das dank eines Chatbots individuelle Fragen beantworten kann. Dem spielerischen Zugang liegen die Inhalte einer Doktorarbeit über die Geschichte der Bewohnenden zugrunde. Die Gäste können Rückmeldungen zu ihren Erlebnissen geben, die dann direkt in die Entwicklung einfliessen.

Diesen Sommer (1. Juli bis 15. August) führt das Landschaftstheater Ballenberg unter der Regie von Simon Burkhalter das Stück «Akte Zybach» auf und erzählt darin die Geschichte des ersten grossen Versicherungsbetrugs der Schweiz. In den Hauptrollen sind die Schauspieler Daniel Bill und Reto Stalder zu sehen.

Zudem finden auch beliebte Veranstaltungen wie der Handwerksmarkt (20./21. Juni), die Heilkräutertage (4./5. Juli) und der Herbstmarkt (12./13. September) wieder statt. Wer selbst aktiv werden möchte, findet in den Ballenberg-Kursen ein breites Angebot: von Flechten, Töpfern und Schmieden über Blockhausbauen, Mähen und Räuchern.

Das Freilichtmuseum Ballenberg ist ab 9. April bis und mit 1. November 2026 täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

(text:pd,jkä/bild:zvg)