4 MĂ€rz 2022

Frauenanteil im Management der Schweizer Unternehmen steigt weiter

Der Frauenanteil in den FĂŒhrungsgremien der Schweizer Unternehmen steigt Schritt fĂŒr Schritt. Bei den SMI-Unternehmen beispielsweise ist schon fast jedes fĂŒnfte GeschĂ€ftsleitungsmitglied eine Frau.

Konkret stieg der Frauenanteil in den SMI-GeschÀftsleitungen letztes Jahr um 5 Prozentpunkte auf 19 Prozent. Dies geht aus dem aktuellen Schillingreport hervor, einer Studie, die der Kadervermittler Guido Schilling alljÀhrlich erstellt.

So markant innerhalb eines Jahres gestiegen ist die Frauenquote, weil in den vergangenen Monaten doch 45 Prozent der neu ernannten GeschĂ€ftsleitungsmitglieder Frauen waren. Wie Guido Schilling am Freitag an einer Medienkonferenz ausfĂŒhrte, ist mittlerweile – zumindest was den Durchschnitt der Unternehmen betrifft – der im Aktienrecht festgeschriebene und ab 2031 verbindliche Geschlechterrichtwert von 20 Prozent Frauen schon so gut wie erreicht.

Der Schwellenwert dĂŒrfte auch schon bald erreicht sein, wenn man mehr als nur die zwanzig SMI-Unternehmen betrachtet. So ist bei den 100 grössten Arbeitgebern der Schweiz, die fĂŒr den Schillingreport berĂŒcksichtigt werden, der Frauenanteil in den GeschĂ€ftsleitungen ebenfalls deutlich angestiegen. Und zwar um 4 Prozentpunkte auf 17 Prozent.

Die Unternehmen wĂŒrden immer mehr den Nutzen einer guten Durchmischung von FĂŒhrungsteams erkennen und entsprechend handeln, kommentierte Schilling diese Entwicklung.

Allerdings haben aber weiterhin 31 Prozent der Unternehmen keine Frau in ihrer GeschĂ€ftsleitung. Wobei auch die Zahl der Firmen, die gar keine Frau im obersten Management haben, rasch zurĂŒckgeht. Vor vier Jahren waren nĂ€mlich noch 59 Prozent der GeschĂ€ftsleitungen frauenlos.

Noch besser als auf operativer Ebene ist die Geschlechterdurchmischung mittlerweile in den VerwaltungsrÀten. Die Frauenquote in den Strategie- und Aufsichtsgremien der zwanzig im Leitindex SMI vertretenen Unternehmen betrÀgt inzwischen mehr als 30 Prozent.

Bei den VerwaltungsrÀten der 100 grössten Arbeitgebern liegt sie bei 26 Prozent, 2 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Rund jedes dritte neu gewÀhlte Verwaltungsratsmitglied war 2021 gemÀss des Schillingreports eine Frau.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz gemÀss Guido Schilling aber trotz dieser Entwicklung noch nicht besonders gut da. So hÀtten zahlreiche europÀische LÀnder ohne staatliche Quoten bereits deutlich höhere Frauenquoten in den VerwaltungsrÀten, namentlich Schweden und Grossbritannien (beide 38%).

(text:sda/bild:unsplash)