9 Januar 2023

Todesurteile: Frankreich, DĂ€nemark und Norwegen bestellen iranische Botschafter ein

Nach der erneuten Hinrichtung von Demonstranten im Iran haben auch Frankreich, DÀnemark und Norwegen die iranischen Botschafter in ihren LÀndern einbestellt. Dem Botschafter sei erklÀrt worden, dass Frankreich die Hinrichtungen und Repressionen im Iran aufs SchÀrfste verurteilt, teilte das Aussenministerium in Paris am Montag mit. Zu den Todesurteilen und Hinrichtungen kÀmen weitere schwere und inakzeptable Verletzungen der Grundrechte und -freiheiten durch die iranischen Behörden hinzu. All dies sei keine Antwort auf die legitimen Freiheitsbestrebungen des iranischen Volkes.

„Diese Hinrichtungen sind empörend“, sagte Aussenministerin Catherine Colonna. Frankreich lehne die Todesstrafe an jedem Ort und unter allen UmstĂ€nden ab.

Auch in Kopenhagen war die iranische Botschafterin laut dĂ€nischem Aussenministerium am Montagnachmittag zum GesprĂ€ch im Ministerium. Die Hinrichtung der beiden jungen iranischen Demonstranten sei inakzeptabel, erklĂ€rte Aussenminister Lars LĂžkke Rasmussen. Dies habe man der iranischen FĂŒhrung nun sehr deutlich gemacht. Der Iran habe sich zuletzt auf einen traurigen und destruktiven Weg begeben, weshalb er gerne sehen wĂŒrde, dass von EU-Seite weitere Sanktionen eingefĂŒhrt werden, so LĂžkke.

Auch im Nicht-EU-Land Norwegen wurde der iranische Botschafter fĂŒr Dienstag ins Aussenministerium zitiert, wie das Ministerium der Zeitung „Verdens Gang“ bestĂ€tigte. Bundesaussenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) liess den iranischen Botschafter in Deutschland ebenfalls ins AuswĂ€rtige Amt einbestellen.

Im Iran waren am Samstag zwei weitere Demonstranten hingerichtet worden. Wie die iranische Justizbehörde bekanntgab, wurden die beiden MĂ€nner Mohammed-Mehdi K. und Sejed-Mohammed H. gehĂ€ngt. Die Justiz warf ihnen vor, wĂ€hrend der systemkritischen Proteste im November fĂŒr den Tod eines Sicherheitsbeamten verantwortlich gewesen zu sein.

(text:sda/bild:unsplash)