9 Juni 2023

Forderungen nach Absage von Rammstein-Konzerten werden laut

Schweizer Verb├Ąnde und Politiker fordern nach Missbrauchsvorw├╝rfen gegen den Leads├Ąnger der deutschen Band Rammstein eine Absage der Auftritte in der Schweiz. Junge Frauen seien w├Ąhrend Konzerten teilweise gewaltsam f├╝r Sex mit dem Frontmann Till Lindemann rekrutiert worden.

Die Juso Schweiz forderte den Veranstalter der Rammstein-Konzerte in der Schweiz, Gadget abc, in einem offenen Brief zu einer Positionierung in der Aff├Ąre Lindemann auf. „Solche Vorw├╝rfe von sexualisierter Gewalt m├╝ssen ernst genommen werden! Die Veranstalter m├╝ssen das einzig Richtige machen und die Konzerte absagen“, liess sich Juso-Pr├Ąsident Nicola Siegrist darin zitieren.

Der Veranstalter verwies in der Antwort auf den offen Brief darauf, dass bisher weder der Band noch einem Bandmitglied strafbare Handlungen nachgewiesen wurden. Vor diesem Hintergrund gebe es juristisch gegen├╝ber Vertragspartnern keine Basis f├╝r eine Konzertabsage.

Die Juso wollte sich mit diesen Antworten nicht zufrieden geben, und hat nun eine Petition lanciert, die eine Absage der Konzerte im Berner Stade de Suisse am 17. und 18. Juni fordert. Hinter der Petition stehen auch die SP Frauen, die feministische Friedensorganisation cfd und die Nichtregierungsorganisation gegen Gewalt an Frauen Brava.

Auch das feministische Streikkollektiv Bern forderte am Freitag im „Blick“, der Konzert-Veranstalter m├╝sse darauf verzichten, Rammstein eine weitere Plattform zu bieten. Ob das Kollektiv vor dem Stadion in Bern eine Aktion plane, werde aktuell diskutiert.

SP-Kantonsrat und Polizei-Gewerkschafter Patrick Portmann sagte gegen├╝ber dem Blatt: „Wir fordern Politiker, Veranstalter und die Eigent├╝mer des Stade de Suisse auf, von seinem geplanten Auftritt abzusehen.“

Portmann hatte bereits 2018 Auftritte der Skandal-Rapper Farid Bang und Kollegah beim Albanian Festival in Schaffhausen verhindert. In der von ihm lancierten Online-Petition fordert er dazu auf, dem Fronts├Ąnger der Band, Till Lindemann, keine B├╝hne zu geben.

Wie der Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, Reto Nause, gegen├╝ber „Blick“ sagte, halte man es f├╝r m├Âglich, dass es St├Âraktionen geben werde. „Das ist in unsere Sicherheitsbeurteilung eingeflossen, darauf sind wir vorbereitet und haben das Dispositiv verst├Ąrkt“, so Nause.

Der Fronts├Ąnger der Band, Till Lindemann, weist die Vorw├╝rfe gegen ihn bisher zur├╝ck. Wie seine Rechtsanw├Ąlte Simon Bergmann und Christian Schertz bekannt gaben, l├Ąsst der 60-j├Ąhrige Deutsche seine Interessen nun anwaltlich vertreten.

„So wurde wiederholt behauptet, Frauen seien bei Konzerten von Rammstein mithilfe von K.-o.-Tropfen beziehungsweise Alkohol bet├Ąubt worden, um unserem Mandanten zu erm├Âglichen, sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen zu k├Ânnen. Diese Vorw├╝rfe sind ausnahmslos unwahr“, liessen Lindemanns Anw├Ąlte verlauten. Sie w├╝rden nun wegen s├Ąmtlicher Anschuldigungen dieser Art rechtliche Schritte gegen die einzelnen Personen einleiten.

(text&bild:sda)