17 Juli 2022

Flugzeug mit 11,5 Tonnen Munition an Bord st├╝rzt in Griechenland ab

Beim Absturz eines mit 11,5 Tonnen Munition beladenen Frachtflugzeugs in Griechenland ist die achtk├Âpfige Besatzung der Maschine ums Leben gekommen. Die Antonow An-12 war am Samstag von der serbischen Stadt Nis aus gestartet und auf dem Weg nach Bangladesch. ├ťber der Nord├Ąg├Ąis meldete der Pilot am Abend Probleme mit einem Triebwerk und beantragte eine Notlandung auf dem Flughafen Kavala. Bis dahin schaffte es die Maschine jedoch nicht – sie st├╝rzte rund 30 Kilometer davon entfernt in ein Feld.

Drohnenaufnahmen zeigten ein Bild der Verw├╝stung – eine gewaltige Schneise zog sich ├╝ber die Felder, von der Maschine selbst waren nur noch Tr├╝mmer ├╝brig. Als kurz nach dem Absturz die Rettungskr├Ąfte eintrafen, stellten sie zus├Ątzlich zum Rauch der brennenden ├ťberreste auch beissende D├Ąmpfe fest. Zudem gab es rund um die Ungl├╝cksstelle st├Ąndig Explosionen. Die Feuerwehr zog sich daraufhin zur├╝ck und sperrte das Gebiet ab. Anwohner wurden aufgefordert, ihre H├Ąuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten.

Eine 14-k├Âpfige Sondereinheit der griechischen Armee, vergleichbar mit der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr, begann am Sonntag mit der Untersuchung der Tr├╝mmer. Die Experten k├Ânnen atomare, biologische und chemische Kampfstoffe und andere Gefahrstoffe aufsp├╝ren. Zuvor hatten Feuerwehrleute und Anwohner ├╝ber Atemwegsprobleme geklagt.

Eine Art Entwarnung gab der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic bei einer Pressekonferenz am Sonntagmorgen in Belgrad. Die Maschine habe 11,5 Tonnen Munition f├╝r M├Ârsergranaten an Bord gehabt. Solche Munition werde in Serbien produziert. Das Flugzeug habe alle erforderlichen Genehmigungen f├╝r den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zur├╝ck. Das Flugzeug geh├Âre lediglich einer ukrainischen Fluggesellschaft. Geplanter Abnehmer der Munition sei jedoch das Verteidigungsministerium von Bangladesch gewesen.

Anwohner und Landwirte der zwei D├Ârfer Paleochori und Antifilippi in unmittelbarer N├Ąhe der Absturzstelle wurden im Laufe des Tages dazu aufgerufen, vorerst nicht auf die Felder zu gehen. Es sei unklar, wie weit Tr├╝mmer und Munition verteilt seien. Der B├╝rgermeister der Gemeinde Pangeo, Filippos Anastasiadis, k├╝ndigte an, dass man bereit sei, die D├Ârfer zu evakuieren, sollte es n├Âtig sein.

F├╝r das Ungl├╝ck gab es zahlreiche Augenzeugen und auch Handyvideos, weil die brennende Maschine schon vor dem Absturz weithin am Nachthimmel sichtbar war. Anwohner zeigten sich Journalisten gegen├╝ber entsetzt, aber auch erleichtert. „Stellen Sie sich nur vor, die Maschine voller Munition w├Ąr auf bewohntes Gebiet gest├╝rzt“, sagte ein Mann dem Staatssender ERT.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)