24 Juli 2023

Feuerwehrleute kämpfen mit neuer Taktik gegen Brand im Oberwallis

Im Oberwalliser Waldbrandgebiet machen die Feuerwehrleute Fortschritte bei der Brandbekämpfung. Dank eines Taktikwechsels seien in der Nacht auf Montag optisch und via Wärmebildkamera weniger Brandherde im Schadensgebiet festgestellt worden.

Seit Sonntag werfen die L√∂schhelikopter das Wasser nicht mehr grossfl√§chig sondern gezielt √ľber Brandherden und Glutnestern ab. Bodeneinsatzkr√§fte mit einem Forstmitarbeiter, einem Flughelfer und vier bis f√ľnf Feuerwehrleuten lokalisieren Glutnester mithilfe der W√§rmedaten der Armee und legen diese frei.

Dann wird der Helikopter punktgenau eingewiesen und das Wasser, rund 900 Liter pro Ladung, aus sehr geringer H√∂he direkt √ľber dem Glutnest abgelassen.

“Dieses Vorgehen hat zwei Vorteile: Erstens kann die Menge Wasser pro Abwurf viel besser wirken und zerst√§ubt nicht. Zweitens werden die Ressourcen Wasser und Helikopter viel gezielter und effektiver eingesetzt”, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Schaller.

Mit dieser Taktik arbeiten sich am Montag f√ľnf Teams mit Unterst√ľtzung von zwei bis drei Helikoptern von Osten nach Westen von Glutnest zu Glutnest vor. Derzeit stehen insgesamt 30 Personen f√ľr die Bek√§mpfung der rund 100 mit Hilfe von W√§rmebildkameras identifizierten Glutnester im Einsatz.

“Langsamer und gezielter lautet das Motto”, sagte F√∂rster Peter Aschilier. Teilweise m√ľsse man sich von Baum zu Baum k√§mpfen. An der Ostflanke des Waldbrandes sei die Gefahr immer noch sehr gross, dass das Feuer auf den gesamten Riederwald √ľbergreifen k√∂nne.

Auch wenn die Lage stabil ist, ist ein Ende der L√∂scharbeiten des vor einer Woche ausgebrochenen Feuers noch immer nicht in Sicht, wie Waldemar Sch√∂n, Kommunikationsverantwortlicher des F√ľhrungsstabs in Bitsch, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Einzelne lokale Gewitter und Nebel in der Region machten die Arbeit der Feuerwehrleute am Montagvormittag nicht einfacher, weil die Helikopter unter diesen Bedingungen nicht fliegen k√∂nnen, so der Sprecher. Ideal w√§re es, wenn es zwei oder drei Tage durchgehend regnen w√ľrde.

In der Planung liege das Hauptaugenmerk zur Zeit bei der Bereitstellung von gen√ľgend Einsatzkr√§ften, hiess es weiter. Daf√ľr w√ľrden einzelne Arbeitgeber gezielt aufgefordert, dringend ben√∂tigte Fachleute f√ľr die Brandbek√§mpfung freizustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten liegt bei der Sicherung der Zufahrtsstrasse von Bitsch nach Ried M√∂rel. “Auf einer L√§nge von rund 300 Metern wird heute und morgen oberhalb von Bitsch ein tempor√§res Sicherheitsnetz entlang der Strasse montiert, um den Verkehr vor Steinschlag zu sch√ľtzen”, erkl√§rt der Sicherheitschef Peter Schwitter. Die Strasse bleibt w√§hrend der Arbeiten normal ge√∂ffnet.

(text:sda/bild:keystone)