15 August 2023

Fast 100 Tote nach Feuerkatastrophe auf Maui

In den ausgebrannten Bezirken der Insel Maui stossen die Suchteams knapp eine Woche nach Ausbruch der verheerenden Wald- und BuschbrÀnde im US-Bundesstaat Hawaii auf weitere Leichen. Die Zahl der Toten sei nun auf 99 angestiegen, sagte der Gouverneur von Hawaii, Josh Green, am Montagnachmittag (Ortszeit) dem US-Fernsehsender CNN. Angesichts der vielen Vermissten-Meldungen rechne er mit weiteren Opfern. Die Zahl der Toten könnte sich in den nÀchsten zehn Tagen möglicherweise verdoppeln, sagte Green.

EinsatzkrĂ€fte wĂŒrden mit Suchhunden die betroffenen Gebiete ablaufen, aber die Suche in den teils noch schwelenden TrĂŒmmern und Glutnestern sei schwierig. Zeitweise hĂ€tten die Hunde wegen der heissen Temperaturen nur 15 Minuten am StĂŒck eingesetzt werden können, sagte Green.

Der Gouverneur reagierte im CNN-Interview auch auf kritische Fragen, wie es zu dieser Katastrophe mit so vielen Todesopfern kommen konnte. So waren unter anderem VorwĂŒrfe laut geworden, weil auf Maui zu Beginn keine Warnsirenen zum Einsatz gekommen waren. Ausserdem schaltete der örtliche Stromversorger trotz der extremen Winde das Netz nicht ab – und umgestĂŒrzte Strommasten können WaldbrĂ€nde auslösen. Er habe schon wenige Tage nach Ausbruch der Feuer eine umfassende Untersuchung eingeleitet, betonte Green. Die extreme Hitzeentwicklung habe möglicherweise zum Ausfall der Warnsirenen gefĂŒhrt, sagte er.

US-PrĂ€sident Joe Biden hatte den Menschen in Hawaii zwei Tage nach Ausbruch der BrĂ€nde Katastrophenhilfe der Regierung zugesagt. Es seien jetzt mehr als 300 Mitarbeiter vor Ort, sagte die Chefin der nationalen Katastrophenschutz-Behörde Fema, Deanne Criswell, am Montag. Zu den vorrangigen Aufgaben gehöre das Bereitstellen von UnterkĂŒnften, auch in Zusammenarbeit mit Hotels und privaten Vermietern. Die Behörde nimmt AntrĂ€ge auf UnterstĂŒtzung entgegen und zahlt auch Direkthilfen fĂŒr die Versorgung der Menschen aus.

Nach ersten SchÀtzungen von Experten könnte sich der wirtschaftliche Schaden durch die verheerenden Feuer auf 3 bis 7,5 Milliarden Dollar belaufen.

Die Kleinstadt Lahaina, die vor dem UnglĂŒck 13 000 Einwohner zĂ€hlte, hat es besonders hart getroffen. Viele StrassenzĂŒge dort sehen aus wie in einem Kriegsgebiet. Der Ortskern wurde völlig zerstört. Mehr als 2000 GebĂ€ude brannten teilweise oder ganz ab.

Die WaldbrÀnde waren am vorigen Dienstag an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen, die den gleichen Namen wie der Bundesstaat trÀgt. Heftige Winden fachten die Flammen an, so dass sie sich schnell ausbreiteten. Das besonders desaströse Feuer in Lahaina war nach Angaben der Behörden am Montag zu 85 Prozent eingedÀmmt.

(text:sda/bild:keystone)