18 April 2023

Familien bleiben trotz hohen Wohnungsmieten in der Stadt

Freie Wohnungen sind in der Schweiz ein knappes Gut. Manchenorts so knapp, dass gar eine Wohnungsnot bef├╝rchtet wird – vor allem in den St├Ądten. Und doch nimmt der Anteil von Familien mit Kindern, f├╝r die es besonders schwer ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden, in den Zentren stetig zu.

So hat der Anteil von Familien in der Stadt Z├╝rich von 2014 bis 2021 trotz der hohen Mieten um 1,3 Prozentpunkte auf fast 20 Prozent zugenommen, erkl├Ąrte Ursina Kubli, Leiterin des Immobilienresearchs der Z├╝rcher Kantonalbank (ZKB) an einer Medienkonferenz am Dienstag. Auch in den umliegenden Gemeinden sei dies so.

Dagegen habe der Anteil von Familien in l├Ąndlichen Gegenden abgenommen. ├ähnliches lasse sich auch f├╝r andere St├Ądte wie Basel, Bern oder Genf sagen.

Dabei verzichten die Familien auf Platz und r├╝cken enger zusammen. 25 Prozent der Familien mit zwei Kindern lebten in der Stadt Z├╝rich in Dreizimmerwohnungen. Das heisst konkret: Es hat nicht mehr jedes Kind sein eigenes Zimmer.

Und der Umzug aufs Land in die eigenen vier W├Ąnde ist f├╝r viele Familien auch keine Alternative. Denn dort sind die Preise in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gestiegen. Zudem ist nach dem starken Zinsanstieg das Mieten auch wieder g├╝nstiger geworden als das Besitzen.

Familien legten zudem mehr Wert auf k├╝rzere Pendeldistanzen als auf mehr Wohnraum, sagt Kubli. Dazu komme, dass die Infrastruktur (Betreuung, Kultur und Sport) in der Stadt besser ist als auf dem Land – vor allem f├╝r Familien, in denen beide Partner berufst├Ątig sind. Zudem k├Ânnten sie sich wegen der auch auf dem Land stark gestiegenen Immobilienpreise auch dort kein Wohneigentum mehr leisten, sagt Kubli.

Der Anteil von Familien in eigenen vier W├Ąnden auf dem Land habe zwischen 2014 und 2021 um 3,8 Prozentpunkte abgenommen. „Familien wohnten heute h├Ąufiger als fr├╝her in einer Mietwohnung in der N├Ąhe ihres Arbeitsortes.“

F├╝r einkommensschwache Familien dagegen ist das Wohnen in der Stadt auch mit Einschr├Ąnkungen bei der Wohnfl├Ąche unerreichbar. Mit etwas Gl├╝ck k├Ânnten diese in Genossenschaften oder Sozialwohnungen ein Dach ├╝ber dem Kopf finden. Daher sei der Anteil von Familien auch dort gross, wo der Anteil gemeinn├╝tziger Wohnbauten hoch sei.

(text:sda/bild:sda)