5 Mai 2021

Fall George Floyd: Neuauflage des Verfahrens gefordert

Nach dem Schuldspruch gegen den weissen Ex-Polizisten Derek Chauvin wegen der T√∂tung des Afroamerikaners George Floyd hat die Verteidigung eine Neuauflage des Verfahrens beantragt. Als Begr√ľndung f√ľhrte Anwalt Eric Nelson rechtliche Fehler und Fehlverhalten von Gericht und Staatsanwaltschaft an. Wegen der Summe der Fehler sei der Prozess gegen Chauvin nicht fair gewesen und habe ihn damit seiner von der Verfassung garantierten Rechte beraubt, schrieb Nelson in dem auf Dienstag datierten Antrag.

Die Verteidigung war w√§hrend des Prozesses beim zust√§ndigen Richter Peter Cahill mehrfach mit Antr√§gen auf ein sofortiges Ende des Verfahrens aufgrund angeblicher rechtlicher Fehler gescheitert. Als Begr√ľndung f√ľr den j√ľngsten Antrag f√ľhrte Chauvins Anwalt unter anderem an, dass der Richter eine Verlegung des Prozesses an einen anderen Ort blockiert habe. Zudem habe Cahill es vers√§umt, eine komplette Abschottung der Geschworenen von der Aussenwelt f√ľr die ganze Dauer des Verfahrens anzuordnen, hiess es weiter. Nelson warf zudem auch der Staatsanwaltschaft Verfahrensfehler vor.

Die Geschworenen hatten Chauvin Ende April unter anderem des Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen. Darauf stehen im US-Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft. Bislang ist die Verk√ľndung des Strafmasses am Gericht in Minneapolis f√ľr den 16. Juni geplant.

Floyds Tod am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgel√∂st. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden dr√ľckten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, w√§hrend dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb.

(text:sda/bild:unsplash)