12 Oktober 2026

Fäkalien-Attacke wird als Hassdelikt eingestuft

Die Stadtbibliothek Thun war diesen Sommer Ziel von Vandalismus. In der Nacht auf den 23. Juni 2026 wurde das Schaufenster, in dem eine Ausstellung zum Pride Month und zur LGBTQIA+ Community gezeigt wurde, mit Fäkalien beschmiert. Der Thuner Gemeinderat stuft dies als Hassdelikt ein und beantwortet im Rahmen einer Interpellation im Thuner Stadtrat Fragen zu dem Vorfall.

Die grüne Stadträtin Noëmi Porfido hat den Vorfall politisch aufgegriffen und dem Thuner Gemeinderat acht Fragen in einer Interpellation gestellt. Sie habe von der Stadt Thun keine offizielle Stellungnahme gehört und habe deshalb die Interpellation eingereicht, um nachzuhaken und mehr zu erfahren, so Porfido. Die Beantwortung des Thuner Gemeinderats zeigt nun, dass die Stadtregierung die Fäkalienattacke als Hassdelikt verurteilt. Die Stadt Thun als Eigentümerin habe Anzeige erstattet und die Polizei konnte die Täterschaft ermitteln.

Noëmi Porfido will das Thema aber noch nicht ad acta legen. Sie hätte sich einen anderen Umgang mit dem Hassdelikt vom Thuner Gemeinderat gewünscht. „Mir wäre es wichtig gewesen, dass die Stadt ein klares Statement herausgibt. Es ist eine verpasste Chance, finde ich, hier keine klare Haltung nach aussen hin zu zeigen“, so Porfido gegenüber Radio BeO.

Die grüne Stadträtin Noëmi Porfido wünscht sich weiterhin ein offizielles Statement und eine Verurteilung der Stadt Thun zu dem Vorfall: „Um Solidarität zu zeigen und der durch das Hassdelikt verunsicherten LGBTQIA+ Community zu signalisieren, dass die Stadt solche Hassdelikte nicht toleriert und sich öffentlich dagegen stellt“, so Porfido weiter.

Die beantwortete Interpellation wird am 22. Oktober Thema im Thuner Stadtrat sein.

(text:pmu/bild:stadtthun)