F-35-Kampfjets ab 2030 in Meiringen erhitzen die Gemüter
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(04:00)
Der neue F-35-Kampfjet ist zwar lauter, dafür wird ab 2030 aber deutlich weniger geflogen, sodass für die Bevölkerung unter dem Strich nicht zwingend mehr Lärm entsteht. So die Haltung des Bundes. Am gestrigen Infoabend in Meiringen stiess diese Einschätzung jedoch auf viel Skepsis: Unter den rund 170 Anwesenden überwogen Misstrauen, scharfe Fragen und Unverständnis.
Ein weiterer zentraler Streitpunkt sind die Lärmschutzfenster, die der Bund im betroffenen Gebiet finanziert. Selbst grundsätzlich verständnisvolle Stimmen forderten hier gestern Abend mehr Entgegenkommen und Grosszügigkeit. Zwar wird die Bedeutung einer starken Luftwaffe vor Ort teilweise anerkannt und auch der Standort Meiringen nicht immer infrage gestellt, doch im Gegenzug erwarten viele eine bessere und umfassendere Umsetzung der Lärmschutzmassnahmen durch den Bund.
Derzeit verfügen rund 60 Prozent der betroffenen Häuser über Lärmschutzfenster. Diese werden jedoch in der Regel nur einmalig vom Bund bezahlt, auch wenn diese beispielsweise inzwischen rund 20 Jahre alt sind und es technisch bessere Lösungen gäbe. Für eine Erneuerung seien die Eigentümerinnen und Eigentümer selbst verantwortlich, so der Bund. Diese Haltung sorgt für Unverständnis, insbesondere, da künftig mit mehr Lärm gerechnet wird. Der Bund kündigt an, alle betroffenen Gebäude im Umkreis nochmals zu überprüfen.
Für zusätzlichen Unmut sorgte auch ein geplanter Testflug mit italienischen F-35 am heutigen 21. April, der abgesagt werden musste. Die öffentliche Mitwirkung zu den Änderungen am Flugplatz Meiringen ist vom 18. Mai bis zum 17. Juni vorgesehen. Viele der Anwesenden forderten jedoch einen Testflug im Vorfeld; andernfalls solle die Mitwirkung verschoben werden. Der Bund verweist auf die Abhängigkeit von Italien und hält vorerst am Zeitplan fest.
(text:pmu/bild:pmu)