30 April 2022

Ex-Rebellenf├╝hrer der Kriegsverbrechen in Liberia freigesprochen

Ein finnisches Gericht hat einen fr├╝heren Rebellenf├╝hrer aus Sierra-Leone des Vorwurfs der Kriegsverbrechen in Liberia freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft habe nicht mit hinreichender Sicherheit bewiesen, dass Gibril Massaquoi w├Ąhrend des liberianischen B├╝rgerkriegs die ihm zur Last gelegten Verbrechen wie Vergewaltigungen, Morde und die Rekrutierung von Kindersoldaten begangen habe, urteilte das Gericht am Freitag.

Der 52-j├Ąhrige Massaquoi lebte seit 2008 in Finnland. Dort wurde er im M├Ąrz 2020 festgenommen, nachdem eine Menschenrechtsgruppe gegen ihn mobil gemacht hatte.

Massaquois Verteidigung wies w├Ąhrend des Prozesses auf eine Reihe von Ungereimtheiten und Widerspr├╝chen in Zeugenaussagen ├╝ber die Gr├Ąueltaten hin. Sie argumentierte zudem, dass er sich zur Tatzeit nicht in Liberia aufgehalten habe – unter anderem, weil er in Sierra Leone unter Uno-Hausarrest stand.

Das Gericht hielt es nun f├╝r m├Âglich, dass Massaquoi nicht der von den Zeugen beschriebene T├Ąter war. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob sie gegen das Urteil in Berufung gehen wird.

W├Ąhrend der beiden B├╝rgerkriege in Liberia zwischen 1989 und 1996 sowie zwischen 1999 und 2003 waren etwa 250’000 Menschen get├Âtet worden. Nur wenige Menschen mussten sich f├╝r die Kriegsverbrechen in Liberia bisher vor Gericht verantworten.

Massaquoi hatte 2003 vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag in einem Prozess um Verbrechen w├Ąhrend des B├╝rgerkriegs in Sierra Leone ausgesagt. Im Gegenzug f├╝r seine Aussage erhielt der ehemalige Rebellenf├╝hrer Immunit├Ąt f├╝r seine Rolle in dem dortigen Konflikt. F├╝r die Verbrechen, derer er im Nachbarland Liberia beschuldigt wurde, galt die Straffreiheit aber nicht.

(text:sda/bild:pixabay)