14 April 2022

Euro fÀllt auf tiefsten Stand seit zwei Jahren

Der Euro ist am Donnerstag erstmals seit etwa zwei Jahren unter die Marke von 1,08 US-Dollar gefallen. Die abwartende Haltung der EuropÀischen Zentralbank (EZB) belastete den Kurs der GemeinschaftswÀhrung.

Am Nachmittag kostete ein Euro im Tief 1,0758 US-Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit April 2020. Am Mittag hatte er noch ĂŒber 1,09 Dollar notiert. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0878 (Mittwoch: 1,0826) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9193 (0,9237) Euro.

Die EZB hat trotz der hohen Inflation ihre Geldpolitik nicht verĂ€ndert. Auch gibt es weiterhin keinen konkreten Zeitpunkt fĂŒr eine mögliche Zinserhöhung. Die EZB habe mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik begonnen, sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde nach der Zinssitzung in Frankfurt. Sie signalisierte ein Ende der AnleihekĂ€ufe im dritten Quartal dieses Jahres.

Kritiker warfen der Notenbank fehlende Entschlossenheit vor. „Das Abwarten der EZB ist riskant“, kommentiert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer. „Je lĂ€nger die EZB an ihrer sehr lockeren Geldpolitik festhĂ€lt, desto mehr steigen die Inflationserwartungen und setzt sich die sehr hohe Inflation dauerhaft fest. Leider ist die Inflation gekommen, um zu bleiben.“

(text:sda/bild:unsplash)