5 November 2022

EU-Parlament beklagt ungen├╝gende Fortschritte der Schweiz

Die Schweiz bleibt nach Einsch├Ątzung einer Delegation des EU-Parlaments trotz Fortschritten nach wie vor ein Steuerparadies.

Die Schweiz mache zwar vorw├Ąrts bei der Besteuerung von multinationalen Konzernen, anerkennt Paul Tang in einem Interview der Zeitung „Le Temps“ vom Samstag. Er weilte zusammen mit einer Delegation des EU-Parlaments zwei Tage in der Schweiz.

Die EU habe nicht so grosse Fortschritte gemacht wegen Aktionen von L├Ąndern wie Ungarn. Um den Ruf als Steuerparadies loszuwerden, m├╝sse aufgezeigt werden, dass die Geldfl├╝sse von Steuerhinterziehern nicht durch das Land fl├Âssen. Und das k├Ânne die Schweiz derzeit nicht.

Tang ist niederl├Ąndischer Abgeordneter der Fraktion der progressiven Allianz der Sozialdemokraten im EU-Parlament und pr├Ąsidiert den Unterausschuss f├╝r Steuerangelegenheiten. Es gebe immer noch internationale Gewinnverschiebungen, die durch die Schweiz liefen und in der Verm├Âgensverwaltung gebe es immer noch eine Steuervermeidungsindustrie.

Es sei auch nach wie vor einfach, die Identit├Ąt der Nutzniesser bestimmter Finanzvehikel zu verschleiern. Tang kritisiert auch, dass Anw├Ąlte nicht den Regeln der Sorgfaltspflicht unterliegen und die Identit├Ąt ihrer Auftraggeber verschleiern k├Ânnen.

Die EU m├╝sse aber auch vor ihrer eigenen T├╝r wischen. Sie habe auch Steueroasen wie Irland und Luxemburg oder die Niederlande in ihren Reihen. Daher brauche es neue Regeln, die dem 21. Jahrhundert angepasst seien. Die Vertreter der Steuerberaterverb├Ąnde, mit denen er sich in Bern getroffen habe, seien damit einverstanden. Denn sie wollten nicht als schwarze Schafe dastehen, sagte Tang weiter.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)