Montenegro könnte nächstes EU-Mitglied werden
Das Westbalkanland Montenegro könnte nach Einschätzung der EU-Kommission das nächste Mitgliedsland der Europäischen Union werden. Wie aus einer neuen Analyse der Brüsseler Behörde hervorgeht, könnte das Land bereits Ende dieses Jahres die Beitrittsverhandlungen erfolgreich abschliessen. Die tatsächliche Aufnahme in die Staatengemeinschaft könnte dann 2028 erfolgen.
Entscheidend werde in den kommenden Wochen sein, dass Montenegro seinen konsequenten Fokus auf die Vorbereitung auf die EU-Mitgliedschaft beibehalte sowie bereits beschlossene Reformen nachhaltig umsetze, heisst es in der Analyse weiter. Dann gehe die Kommission davon aus, dass der Beitrittsvertrag mit Montenegro zunächst ausgehandelt und im Juni 2027 unterzeichnet werden kann. Anschliessend muss er von allen bisherigen 27 Mitgliedstaaten ratifiziert werden.
Auch Albanien und Moldau könnten der Kommission zufolge in den kommenden Jahren der EU beitreten, ausserdem unterstützt die Behörde die Beitrittsbemühungen der Ukraine.
Der Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Albanien wird Ende 2027 für möglich gehalten, der mit Moldau Anfang 2028. Bis zur tatsächlichen Aufnahme in die EU dürften dann aber auch bei ihnen noch einmal mehr als 20 Monate vergehen. In dieser Zeit muss zunächst der jeweilige Beitrittsvertrag fertig ausgehandelt und dann unterzeichnet werden. Anschliessend müssen alle bisherigen Mitgliedstaaten sowie das Kandidatenland den Vertrag ratifizieren. Für alle Länder betont die Kommission, dass sie ihre Ziele nur erreichen können, wenn sie alle Aufnahmebedingungen erfüllen.
Beim jüngsten EU-Mitglied Kroatien dauerte das gesamte Verfahren rund zwei Jahre. Das Land war am 1. Juli 2013 beigetreten. Seitdem hat es keine weiteren EU-Beitritte mehr gegeben. Durch den Austritt Grossbritanniens 2020 sank die Zahl der Mitgliedstaaten wieder auf 27.
(text:sda/bild:keystone)