28 Oktober 2022

EU einigt sich auf klimaneutrale Neuwagen ab 2035

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europ├Ąische Parlament haben sich auf klimaneutrale Neuwagen ab 2035 geeinigt.

Vertreter der Mitgliedstaaten und des EU-Parlaments in Br├╝ssel einigten sich darauf, neue Autos mit Benzin- und Dieselantrieb ab dem Jahr 2035 in der EU nicht mehr zuzulassen, wie die tschechische Ratspr├Ąsidentschaft am Donnerstagabend mitteilte. Mit dem Verbrenner-Verbot setzt die EU stark auf Elektromobilit├Ąt.

Die Vereinbarung stelle eine historische Entscheidung der EU f├╝r das Klima dar, erkl├Ąrte der franz├Âsische Abgeordnete Pascal Canfin, der den Umweltausschuss des EU-Parlaments leitet. Damit werde das Ziel von hundert Prozent emissionsfreien Fahrzeugen bis zum Jahr 2035 best├Ątigt. F├╝r die Jahre 2025 und 2030 sind laut Canfin Zwischenschritte vorgesehen.

EU-Kommissionspr├Ąsidentin Ursula von der Leyen pries die Einigung im Kurznachrichtendienst Twitter als entscheidenden Meilenstein zu Erreichung unseres Klimaziels f├╝r 2030. Die Regelungen f├╝r Neuwagen sind Teil eines umfassenden Klimaschutzpakets, mit dem die EU bis 2030 ihre CO2-Emissionen um 55 Prozent reduzieren will.

Ausnahmen soll es f├╝r Hersteller geben, die weniger als 10’000 Autos pro Jahr produzieren – also Hersteller von Luxusautos wie Ferrari. Die Einigung l├Ąsst zudem die M├Âglichkeit offen, dass es k├╝nftig auch gr├╝nes Licht f├╝r mit E-Fuels betriebene Neuwagen mit Verbrennungsmotoren gibt.

E-Fuels werden unter Einsatz von Strom meist aus Wasser und CO2 hergestellt. Ob dies umweltfreundlich ist, h├Ąngt davon ab, woher der Strom stammt und mit welchem Aufwand die Treibstoffe zur Verf├╝gung gestellt werden k├Ânnen.

Im EU-Parlament, das sich Anfang Juni auf ein Aus f├╝r den Verbrennungsmotor ab 2035 geeinigt hatte, war eine gr├Âssere Bedeutung f├╝r synthetische Kraftstoffe abgelehnt worden.

Der deutsche FDP-Chef Christian Lindner sprach mit Blick auf die EU-Einigung von einer klugen Entscheidung, die Technologieoffenheit sichere. „Einseitige politische Festlegungen bei naturwissenschaftlich-technischen Fragen sollten vermieden werden“, erkl├Ąrte er auf Twitter.

(text:sda/bild:unsplash)