1 M├Ąrz 2022

ETH-Experte: Ausstieg aus dem Ukraine-Konflikt wird schwierig

Der Entscheid des russischen Staatschefs Wladimir Putin, im Ukraine-Krieg die Atomstreitkr├Ąfte in Alarmbereitschaft zu versetzen, sorgt bei Oliver Thr├Ąnert, Leiter des Thinktanks am Center for Security Studies an der ETH Z├╝rich, f├╝r ein mulmiges Gef├╝hl.

Wenn eine Nuklearmacht beteiligt sei bestehe immer die M├Âglichkeit, dass diese Atommacht ihre Waffen auch einsetze. Allerdings m├╝sse sie sich im Klaren sein, dass das einen gigantisch hohen Preise h├Ątte, sagte Thr├Ąnert in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen.

Klar sei, das Putin mit diesem Schritt den Westen und die Ukraine einsch├╝chtern wolle. Daher sollten sich die westlichen Staaten durch diese Ank├╝ndigung nicht einsch├╝chtern lassen und standhaft bleiben. Der Westen solle die vereinbarten Sanktionen einf├╝hren und umsetzen.

Das gelte auch f├╝r die beschlossenen Waffenlieferungen f├╝r die ukrainischen Streitkr├Ąfte. Zugleich m├╝sse versucht werden, ├╝ber Verhandlungen mit Russland einen Ausweg zu suchen. „Aber der Ausstieg aus dieser Krise wird schwierig“, sagte Thr├Ąnert weiter.

Der Westen solle ruhig Blut bewahren und nicht seinerseits die eigenen Atomstreitkr├Ąfte in erh├Âhte Alarmbereitschaft versetzen. Damit w├╝rde man die Situation nur anheizen und eine Eskalation riskieren. Die westlichen Demokratien sollten russischen Versuchen widerstehen und sich nicht mit atomaren Drohungen spalten lassen.

Die von Putin beschlossene Erh├Âhung der Alarmbereitschaft bei Atomwaffen d├╝rfte sich auf einem tiefen Niveau bewegen. Er gehe nicht davon aus, dass Putin unmittelbar vor einem Einsatz von Atomwaffen stehe. Der Einsatz taktischer Atomwaffen sei m├Âglich.

Die gr├Âsste Herausforderung bestehe derzeit darin, dass der Westen wegen des Ukraine-Krieges geeint gegen Russland auftrete, zugleich aber verhindert werden m├╝sse, dass sich Putin in die Ecke gedr├Ąngt f├╝hle. Er sehe nicht, wie der Krieg beendet werden k├Ânnte, ohne die ukrainische Regierung zu st├╝rzen. Es gebe wohl kein zur├╝ck mehr.

(text:sda/bild:unsplash)