3 April 2023

ESP Ausserholligen: Siegerprojekt steht fest

Aufbauend auf einer gemeinsamen, von der GrundeigentĂŒmerschaft und der Stadt Bern durchgefĂŒhrten Testplanung, und einem anschliessenden Vertiefungsstudium hat ewb einen zweistufigen Gesamtleistungsstudienauftrag fĂŒr Entwickler, Planer und Baurechtsnehmer ausgeschrieben. «Gewonnen hat ein ĂŒber verschiedene Bereiche hinweg und insgesamt ĂŒberzeugendes Gesamtkonzept, das auch einen Beitrag zur Entwicklung der Wohnstadt Bern leistet» so der StadtprĂ€sident Alec von Graffenried. Siegerin dieses Verfahrens ist das Team der Halter AG. Das Siegerprojekt sieht fĂŒr das ewb-Areal drei HochhĂ€user vor. Im unteren Teil des höchsten GebĂ€udes wird der neue ewb-Hauptsitz untergebracht. Der Sockel des Neubaus schafft ĂŒber Passerellen und eine gedeckte Werkgasse eine enge Verbindung zum 2009 eröffneten Technischen Zentrum Holligen von ewb. So werden die heutigen GewerberĂ€umlichkeiten erhalten und optimal mit den neuen BĂŒronutzungen verknĂŒpft. In der oberen HĂ€lfte des Neubaus gibt es zusĂ€tzlichen Raum fĂŒr weitere BĂŒroarbeitsplĂ€tze an bester Lage. ErgĂ€nzend baut die neu gegrĂŒndete Genossenschaft «Viadukt» in zwei WohnhochhĂ€usern rund 220 Genossenschaftswohnungen mit Austausch- und GemeinschaftsflĂ€chen. Alle Wohnungen werden in Kostenmiete angeboten, ein Drittel im preisgĂŒnstigen Segment.

Die BLS-Parzelle wird in den nĂ€chsten Jahren als Bauinstallationsplatz fĂŒr das Bahn-Grossprojekt «Leistungssteigerung Bern West» genutzt. Ab 2032 kann hier ein weiterer Neubau entstehen, der das Areal im Nordosten abschliesst.

Der unverĂ€nderte Erhalt des Technischen Zentrums Holligen sowie der Verzicht auf umfangreiche Untergeschosse reduzieren den Anteil an grauer Energie im Bau. Ein weiteres zentrales Element ist die intelligente VerknĂŒpfung aller potenzieller EnergietrĂ€ger. So sind die geplanten Fotovoltaikanlagen auf DĂ€chern und Fassaden wegweisend fĂŒr eine nachhaltige Stromproduktion. Auch die Nutzung von FundationspfĂ€hlen, Grundwasser und AbwĂ€rme-Quellen fĂŒr die lokale WĂ€rme- und KĂ€lteproduktion sowie Speicherung entsprechen dem Energiekonzept von ewb. Die zukĂŒnftige Erschliessung des Areals mit drei S-Bahnhaltestellen sowie Tram und Bus ermöglichen zudem ein ambitioniertes MobilitĂ€tskonzept, welches den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr gegenĂŒber dem motorisierten Individualverkehr priorisiert. Cornelia Mellenberger, CEO ewb, ist ĂŒberzeugt: «Das Konzept des Siegerprojekts gibt uns die Möglichkeit, unseren neuen Hauptsitz in einer neu geschaffenen Umgebung zu realisieren, das den hohen NachhaltigkeitsansprĂŒchen der Stadt Bern und von ewb entspricht».

Weitere zentrale Elemente der Entwicklung sind die hohe DurchlĂ€ssigkeit fĂŒr den Fuss- und Veloverkehr sowie MietflĂ€chen fĂŒr publikumsorientierte Angebote wie Gastronomie, Kultur und Gesundheitsdienstleistungen sowie Gewerbenutzungen, die zur Belebung und AttraktivitĂ€t des Areals beitragen. Davon profitieren auch die angren-zenden Areale und Quartiere. Die FreirĂ€ume auf dem Areal werden unterschiedliche Charaktere und BegrĂŒnungen aufweisen: Der Bereich unter dem Viadukt sowie der angrenzende Quartierplatz sollen urban gestaltet werden und Veranstaltungen ermög-lichen. Beim Übergang zum Familiengartenareal Ladenwandgut und zum Stöckacker-Quartier ist ein öffentlich zugĂ€nglicher, grĂŒner Quartierpark geplant.

Um das zukunftsweisende Entwicklungsvorhaben umsetzen zu können, muss das Areal umgezont werden. Deshalb erarbeitet die Stadt eine Überbauungsordnung. Diese wird voraussichtlich anfangs 2025 der Stadtberner Stimmbevölkerung zur Abstimmung vorgelegt.

(text:pd/bild:zvg)