7 Januar 2022

Erweiterung der Schulanlage im Lerchenfeld

Mit der Sanierung und Erweiterung der Primarschule Lerchenfeld will der Thuner Gemeinderat ein wichtiges Schulbauprojekt vorantreiben. FĂŒr das Projekt soll ein Architekturwettbewerb durchgefĂŒhrt werden. Am 21. Januar entscheidet der Stadtrat ĂŒber den Verpflichtungskredit.

Die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Lerchenfeld hat fĂŒr den Gemeinderat höchste PrioritĂ€t. Ziel ist es, dem Quartier flexiblen und modernen Schulraum fĂŒr den langfristigen Bedarf bereitzustellen. Die zu erwartende Quartierentwicklung und die verĂ€nderten Normen und Unterrichtsmethoden (Lehrplan 21) bedingen nebst der Sanierung auch eine Vergrösserung der Schulanlage. Die durchgefĂŒhrte Machbarkeitsstudie zeigt das Erweiterungspotenzial auf . Um die beste Lösung fĂŒr ein nachhaltiges, quartiervertrĂ€gliches Projekt von hoher QualitĂ€t zu finden, soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden.

BedĂŒrfnisse des Quartiers werden abgeholt

Vorgesehen ist ein Projektwettbewerb mit PrĂ€qualifikation. In einem ersten Schritt werden rund zehn geeignete Planungsteams (Architektur und Landschaftsarchitektur) fĂŒr die Aufgabe selektioniert. In einem zweiten Schritt erarbeiten diese Teams je ein Projekt. Aus diesen wird das Siegerprojekt erkoren. Die Ergebnisse aus der Partizipation mit dem Quartier, den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sowie den Lehrpersonen sollen im Rahmen des Wettbewerbs Eingang in die Ausarbeitung des Projekts finden. Die Schulleitung ist direkt in das Projekt eingebunden.

Mehr Platz, Doppelturnhalle und bessere Einbettung ins Quartier

Die 1926 bis 2009 erstellten und teilweise schĂŒtzenswerten GebĂ€ude sollen im Rahmen der Gesamtsanierung energetisch und technisch auf den neusten Stand gebracht sowie basisstufentauglich und behindertengerecht angepasst werden. Das Ziel ist, die Anlage fĂŒr einen weiteren Lebenszyklus bereitzustellen. Der Aussenraum soll aufgewertet werden und ausserhalb des Schulbetriebs der Bevölkerung zur VerfĂŒgung stehen. Die Vernetzung der bestehenden schulischen AussenflĂ€chen mit den umliegenden Quartierstrukturen soll verbessert werden.

Die aktuelle KapazitĂ€t von 12 Klassen wird auf 16 Klassen erweitert. Zudem ist eine Vergrösserung der Tagesschule vorgesehen, um der steigenden Nachfrage nach familienexterner Kinderbetreuung Rechnung zu tragen. Damit die neue Sporthalle nebst schulischem Sportunterricht auch von den Thuner Sportvereinen fĂŒr Trainings genutzt werden kann, ist eine Doppelsporthalle geplant. Mit diesem Ausbau kann der langfristig erwartete Schulraumbedarf infolge von Zuwanderungen und Arealentwicklungen abgedeckt werden.

Höchste energetische und ökologische Standards

Auf dem Weg zur Energiestadt Gold will die Stadt Thun beim Bau gemÀss der GebÀudeenergiestrategie die höchsten energetischen und ökologischen Standards einhalten. Sie ist bestrebt, die Anlage mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energie zu versorgen und die Treibhausgas-Emissionen zu minimieren. Dank einer flexiblen Nutzung der RÀume und Nutzungssynergien kann der FlÀchenverbrauch optimiert werden. Die Wirtschaftlichkeit ist ein bedeutendes Beurteilungskriterium im Architekturwettbewerb.

Komplexer Bauablauf

Die Kosten fĂŒr den Wettbewerb belaufen sich auf 730’000 Franken. Der Stadtrat ist fĂŒr den Investitionsanteil von 292’000 Franken zustĂ€ndig und befindet an seiner Sitzung vom 21. Januar darĂŒber. Sobald ein Wettbewerbsergebnis vorliegt, wird der Stadtrat ĂŒber einen Projektierungskredit zur Erarbeitung eines Bauprojekts beschliessen (ca. bis 2024). Nach der Planung und Projektierung entscheidet letztlich das Stimmvolk, voraussichtlich ca. im Jahr 2026, ĂŒber den AusfĂŒhrungskredit. Der Terminablauf ist stark abhĂ€ngig davon, ob eine Umsetzung bei laufendem Schulbetrieb erfolgt oder der Schulbetrieb allenfalls ausgelagert werden kann. Die Wettbewerbsteilnehmenden sollen einen optimalen Rochadevorschlag innerhalb des Schulareals aufzeigen; parallel dazu werden verwaltungsintern auch alternative Szenarien geprĂŒft (Auslagerung Schulbetrieb). Um die Eltern und das Quartier einzubinden, ist ein regelmĂ€ssiger Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Leists und des Elternrates geplant. Im Aufgaben- und Finanzplan der Stadt Thun sind fĂŒr das Projekt gesamthaft 34.3 Millionen Franken eingestellt.

Umzug Kinder- und Jugendarbeit im Sommer/Herbst 2022

Aktuell entsteht beim alten Feuerwehrmagazin das neue Quartierzentrum. Die Bauarbeiten starteten Ende Jahr. Die Inbetriebnahme ist im Sommer/Herbst 2022 vorgesehen, so dass die Kinder- und Jugendarbeit Lerchenfeld von der Schulanlage ins neue Quartierzentrum verlegt werden kann.

(text:pd /bild:beo)