27 Juni 2023

Erstmals seit 20 Jahren wieder Malaria-Ansteckungen in den USA

Die USA haben erstmals seit 20 Jahren f├╝nf durch M├╝cken ├╝bertragene Infektionen mit dem Malaria-Erreger innerhalb des Landes registriert. In den vergangenen zwei Monaten seien im s├╝d├Âstlichen Bundesstaat Florida vier F├Ąlle in unmittelbarer geografischer N├Ąhe identifiziert worden, meldete die US-Gesundheitsbeh├Ârde CDC am Montag (Ortszeit). Auch in Texas sei eine Infektion nachgewiesen worden.

Dass der Malaria-Erreger innerhalb der USA durch dort heimische Anopheles-M├╝cken ├╝bertragen wird, sei seit 2003 nicht mehr vorgekommen. Damit unterscheiden sich die F├Ąlle von Patienten, die sich in Malaria-Risikogebieten anstecken und dann in ihr Land zur├╝ckkehren.

Alle Patienten seien in Behandlung und bereits auf dem Weg der Besserung, hiess es in der CDC-Mitteilung weiter. In den betroffenen Gebieten seien Massnahmen zur ├ťberwachung und Bek├Ąmpfung von M├╝cken ergriffen worden. Trotz der zuletzt registrierten Ansteckungen bleibe das Risiko einer Malaria-Infektion in den USA „├Ąusserst gering“. In Gebieten, in denen die Anopheles-M├╝cke aufgrund der klimatischen Bedingungen das ganze Jahr ├╝berleben k├Ânne, sei das Risiko jedoch h├Âher – besonders, wenn sich dort Reisende aus Malaria-Risikogebieten aufhielten.

Malaria wird durch sogenannte Plasmodien ausgel├Âst, die infizierte M├╝cken auf Menschen ├╝bertragen. Infizierte bekommen oft Fieber und Sch├╝ttelfrost und leiden an ├ťbelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen und M├╝digkeit. Bei schweren Verl├Ąufen kommen unter anderem Atemnot, Kr├Ąmpfe und Blutungen hinzu. Die meisten schwer betroffenen Menschen sterben ohne ├Ąrztliche Behandlung.

Die WHO sch├Ątzt, dass 2021 weltweit etwa 619’000 Menschen an Malaria starben, etwas weniger als die rund 625’000 im Jahr davor. Die Krankheitsf├Ąlle stiegen zwar auf 247 Millionen an, doch die Zuwachsrate habe sich verlangsamt, hiess es Ende 2022 im j├Ąhrlichen Malaria-Bericht. Rund 95 Prozent der Erkrankungen und Todesf├Ąlle wurden in Afrika registriert. Etwa 80 Prozent der Todesf├Ąlle dort waren Kinder unter f├╝nf Jahren. Die WHO-Region-Europa sei seit 2015 frei von Malaria. Wissenschaftler rechnen jedoch aufgrund des Klimawandels mit einer Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber nach Norden.

(text:sda/bild:sda)