6 Juni 2022

Erster Schweizer Heimsieg im Nationenpreis seit 22 Jahren

Die Schweizer Equipe schafft erstmals seit Luzern 2000 den Heimsieg im CSIO-Nationenpreis. In St. Gallen gewinnt sie mit 8 Strafpunkten vor den Niederlanden und Grossbritannien (je 12).

Der Triumph war nach einem Dutzend Ehrenpl├Ątzen ├╝berf├Ąllig, aber er wurde Martin Fuchs und Co. nicht geschenkt. Bloss drei Paare meisterten den anspruchsvollen Parcours zweimal fehlerfrei. „Der Heimsieg stand weit oben auf meiner Priorit├Ątenliste“, betonte Steve Guerdat. „Endlich habe ich es geschafft“, f├╝gte der bald 40-j├Ąhrige Olympiasieger an, der sich auch f├╝r St. Gallen immer in den Dienst der Mannschaft stellt.

Gemessen an den Resultaten ist derzeit Fuchs die Nummer 1 im Team. Dem Z├╝rcher gelingt im Moment fast alles. Am Samstag Grand-Prix-Sieger mit Conner, nahm er das Championats-Pferd Leone aus dem Stall und lieferte zwei Blanko-Ritte. Der junge Genfer Edouard Schmitz, der erstmals in einem F├╝nfsterne-Nationenpreis ritt, hatte bloss im ersten Umgang einen Abwurf zu verzeichnen. Pius Schwizer im Sattel von Vancouver zeigte in der Reprise den dritten Schweizer Blankoritt und gab somit Steve Guerdat mit Venard frei. Der Jurassier h├Ątte das Resultat nicht mehr verbessern k├Ânnen und schonte sein Pferd. F├╝r ein allf├Ąlliges Stechen w├Ąre Fuchs vorgesehen gewesen.

Ob die Schweizer Team-Leistung zum Sieg reichen w├╝rde, lag in der Hand des bald 67-j├Ąhrigen Briten John Whitaker. Er musste als Schlussreiter mit einem makellosen Ritt seine Mannschaft in die Barrage gegen die Schweiz bringen. Doch eine Stange fiel in den Rasen.

In Umgang 1 hatte sich die Schweiz ein Handicap von 4 Z├Ąhlern auf Halbzeit-Leader Grossbritannien (4 Strafpunkte) aufgehalst. Die Top-7-Nationen waren zu diesem Zeitpunkt nur durch 2 Fehler (8 Strafpunkte) getrennt. Danach setzte sich die Klasse durch.

Der Equipenchef Michel Sorg kann mit Blick auf die Weltmeisterschaften im August im d├Ąnischen Herning aus dem Vollem sch├Âpfen. Denn mit Bryan Balsiger und Dubai musste ein Paar zuschauen, das es am Samstag auf das Grand-Prix-Podest (3.) geschafft hatte. Weitere WM-Kandidaten stehen am kommenden Sonntag im polnischen Sopot auf dem Pr├╝fstand.

In zwei Monaten in D├Ąnemark wird nicht nur um Medaillen gek├Ąmpft, sondern auch um f├╝nf der zehn Olympiatickets. Fuchs und Guerdat sind mit ihrem Potenzial f├╝r das Schweizer Team gesetzt, Balsiger, Schwizer und Schmitz machten in St. Gallen Werbung in eigener Sache.

(text:sda/bild:sda)