17 November 2022

Erste FĂ€lle von Vogelgrippe in der Schweiz

Ein Graureiher und ein Pfau im Kanton ZĂŒrich sind vom Vogelgrippe-Virus H5N1 befallen. Es handelt sich um die ersten FĂ€lle von Vogelgrippe in der Schweiz in diesem Winter.

Die beiden infizierten Vögel gehören einem Hobbytierhalter in der Gemeinde Seuzach ZH, wie das Bundesamt fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen (BLV) am Donnerstag mitteilte. Zusammen mit den VeterinĂ€rbehörden des Kantons ZĂŒrich bereite man nun Massnahmen zum Schutz des HausgeflĂŒgels in der Umgebung vor. Zudem sei die Sanierung der betroffenen Tierhaltung im Gang.

Der Nachweis der Vogelgrippe in der Schweiz sei angesichts der Verbreitung in weiten Teilen Europas keine Überraschung, schreibt das BLV. Mit dem Eintreffen der Wasservögel an den Schweizer GewĂ€ssern zur Überwinterung steige das Risiko, dass sie die Seuche einschleppen und verbreiten. Rund eine halbe Million Wasservögel verbringen jedes Jahr den Winter in der Schweiz.

Nach heutigen Erkenntnissen ist der Virusstamm H5N1 nur in Ă€usserst seltenen FĂ€llen und nur bei sehr engem Kontakt auf den Menschen ĂŒbertragbar. Etwa in vielen Gegenden Asiens und Nordafrikas, wo die Menschen in engem Kontakt mit erkranktem GeflĂŒgel leben, können sie am Vogelgrippevirus erkranken. Erste Symptome treten nach 2 bis 14 Tagen auf und gleichen schweren grippeĂ€hnlichen Beschwerden.

Deshalb sind laut BLV ein paar Verhaltensregeln im Kontakt mit Wildvögeln und HausgeflĂŒgel zu beherzigen. Wer Stallungen betritt, sollte zuvor Schuhe und Überkleider wechseln sowie die HĂ€nde desinfizieren. Futter- und Wasserstellen sollten vor Wildvögeln geschĂŒtzt werden.

Allenfalls muss der Auslauf fĂŒr Tiere ĂŒberdacht oder mĂŒssen Tiere in den Stall eingeschlossen werden. Wer Kadaver von Wildvögeln findet, sollte sie vorsichtshalber nicht berĂŒhren und den Fund einer Polizeistelle oder der Wildhut melden.

Die Registrierung von GeflĂŒgelhaltungen ist in der Schweiz seit 2010 obligatorisch. Dies gilt auch fĂŒr Hobbyhaltungen mit nur wenigen Tieren.

Im Winter 2021/2022 mussten in Europa laut Angaben des BLV in ĂŒber 2400 Betrieben fast 50 Millionen angesteckte HausgeflĂŒgel getötet werden. 2022 waren erstmals auch im Sommer mehrere Hundert wildlebende Vögel betroffen.

In der Schweiz trat die Vogelgrippe im letzten Winter nur bei einzelnen Vögeln auf: in einem ZĂŒrcher Hobby-GeflĂŒgelbetrieb in HĂŒntwangen ZH, bei einem verstorbenen Graureiher und einem Pelikan im Tierpark Bern und bei einer toten Möwe bei Schaffhausen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)