20 Oktober 2023

Erneuerbare Energie fĂŒr Armee relevant: Auch in Thun

Globale Tendenzen und Entwicklungen wie der Klimawandel, der wachsende Energieverbrauch oder die Wahrscheinlichkeit zunehmender InstabilitĂ€ten haben Auswirkungen auf die Schweiz. Auch die Armee ist davon betroffen, da sie zur ErfĂŒllung ihrer Aufgaben Energie in unterschiedlicher Form benötigt. Das VBS ist sich dieser AbhĂ€ngigkeit bewusst und hat deshalb mit seinem Aktionsplan Energie und Klima verschiedene Massnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch zu senken sowie den Einsatz von erneuerbaren EnergietrĂ€gern und den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen.

Sicherheitspolitische Überlegungen

Das Schweizer Stromnetz ist nicht nur essenziell fĂŒr die Energieversorgung im Inland, sondern auch von grosser Bedeutung fĂŒr den westeuropĂ€ischen Stromhandel. Dazu braucht es ein robustes Gesamtsystem mit möglichst hoher Resilienz und Versorgungssicherheit. Deren StĂ€rkung ist eines von neun Zielen, wie sie der Bundesrat im sicherheitspolitischen Bericht 2021 festgelegt hat.

Eine unzureichende Versorgung mit Energie wirkt sich unmittelbar auf die Einsatzbereitschaft der Armee aus. Insbesondere wenn Störungen oder Krisen die Energieversorgung der Schweiz lĂ€hmen oder ganz unterbrechen, ist eine möglichst autonome Energieproduktion der Armee ein zentrales Element, um die Aufgaben weiterfĂŒhren zu können. Eine Reduktion der AbhĂ€ngigkeiten der Armee von fossiler Energie und externer Stromversorgung liegt demnach neben dem klima- und energiepolitischen auch im sicherheitspolitischen Interesse der Schweiz; der Krieg in der Ukraine sowie die fĂŒr Winter 2022/23 befĂŒrchtete Energie- und Strommangellage zeigen dies eindrĂŒcklich auf. Deswegen ist es wichtig, die Eigenproduktion von Energie aus erneuerbaren Quellen, wie beispielsweise Solarenergie, zu fördern.

Potenzial erneuerbarer Energien

Fotovoltaik ist fĂŒr die Stromproduktion eine relevante Technologie. Um einen Teil des eigenen Strombedarfs zu decken, betreibt das VBS bereits ĂŒber 70 Fotovoltaikanlagen an diversen Standorten. Unter anderem eine Anlage auf dem Waffenplatz Thun, die in den nĂ€chsten Jahren noch ausgebaut werden soll und aktuell eine Gigawattstunde Strom pro Jahr liefert. Die Energieproduktion mit Fotovoltaik wird grundsĂ€tzlich laufend ausgebaut. Dabei sind die dezentralen Standorte der Armee ein Vorteil: Eine ĂŒber die Schweiz verteilte Energieproduktion ist weniger anfĂ€llig auf grossflĂ€chige Störungen und schafft Redundanzen.

Wie der Bericht zeigt, ist eine autonome Energieversorgung rein mittels Fotovoltaik mit dem aktuellen Bedarf, den Stromproduktionsanlagen des VBS, den zur VerfĂŒgung stehenden potenziellen FlĂ€chen und unter BerĂŒcksichtigung der Speichertechnologien nicht möglich. Deshalb ist es essenziell, neben der Fotovoltaik auch andere Quellen der erneuerbaren Energieerzeugung zu erschliessen. Erneuerbare Energie aus Wasserkraft wird bereits heute im VBS eingesetzt. Verschiedene andere Technologien wie Windenergie, Geothermie oder die Nutzung von Biomasse bieten ein grosses Potenzial.

Entsprechend dem Aktionsplan Energie und Klima VBS sollen kĂŒnftig – neben der Reduktion der CO2-Emissionen – Produktionsanlagen fĂŒr erneuerbaren Strom weiter ausgebaut, SpeicherkapazitĂ€ten fĂŒr erneuerbare Energie erstellt und innovative Projekte gefördert werden. Mit diesen Massnahmen steigert auch die Armee ihre Autonomie im Energiebereich weiter.

(Text:pd&ogr/bild:beo)