18 Januar 2026

Erfolgreiche Lauberhornrennen 2026

(02:31)

Marco Odermatt verwöhnt die Skifans in Wengen: Er ist der erste Rennfahrer in der Weltcup-Ära, der viermal in Folge am Lauberhorn die Abfahrt gewinnt. Giovanni Franzoni feiert seinen im Super-G seinen ersten Weltcupsieg und Atle Lie McGrath gewinnt den Slalom. Die 96. Internationalen Lauberhornrennen 2026 sind mit drei stimmungsvollen und sportlich hochstehenden Wettkampftagen mit insgesamt 72’000 Fans erfolgreich zu Ende gegangen.

«Wäre der Guggiföhn nicht gewesen, wären es perfekte Lauberhornrennen gewesen», konstatiert OK-Präsident Urs Näfplin. Der Sturmwind «Guggiföhn» blies am Wochenende immer wieder. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb entschieden, die legendäre Lauberhornabfahrt am Samstag zu verkürzen. Die Gefahr war zu gross, dass Böen das Rennen verfälschen oder
sogar Fahrer gefährden könnten. Der Start zum spektakulären Rennen erfolgte erstmals direkt auf der Absprungkannte am Hundschopf.

Angesichts der Umstände sehr gute Rennpisten
Wenn in der Abfahrt der Chilene Henrik van Appen mit der 50 auf den 16. Rang vorprescht, und im Slalom sechs Athleten mit einer Nummer über 40 – der Italiener Tommaso Saccardi gar mit der 59 – in den zweiten Lauf fahren, spricht das sehr für die Qualität der Rennpisten. Urs Näpflin lobt die Pistencrew in den höchsten Tönen: «Es ist faszinierenden, was sie bei diesen
schwierigen äusseren Bedingungen mit den hohen Temperaturen hingekriegt haben».

Odermatt sorgt für den Sieg – von Allmen für Spektakel
Die Schweizer verzückten ihre Fans auch auf dieser stark verkürzten Strecke: Mit seinem vierten Sieg in Wengen stellt Marco Odermatt einen weiteren Rekord auf. Noch nie hat ein Abfahrer in der Weltcupgeschichte viermal in Folge am Lauberhorn gewonnen. Damit fehlen nur noch zwei Siege zum legendären Karl Molitor. Dieser Rekord scheint auf einmal nicht mehr so unerreichbar weit weg zu sein, ist doch Odermatt erst 28-jährig und damit für einen Abfahrer noch immer sehr jung.

In Gefahr war sein Sieg nur kurz, als Franjo von Allmen auf die Piste ging. Dieser donnerte mit über 110 km/h voll auf der Kante ins Kernen-S. Doch bei der Ausfahrt fuhr er mit dem rechten
Ski in das dortige Airfance. Dabei räumte von Allmen auch die Fernsehkamera für die Superzeitlupe ab. Scherzhaft meinte er später, man habe ihm Sachen in den Weg gelegt, die gebremst hätten. Trotz dieses Zwischenfalls reichte es für den Spektakelfahrer aus dem Simmental auf den vierten Rang. Vor ihm fuhren Vincent Kriechmayr und Giovanni Franzoni auf
das Podest.

Premierensieg von Franzoni – Titelverteidigung von McGrath
Mann des Wochenendes ist aus neutraler Zuschauersicht ebendieser junge Italiener Franzoni. Neben dem dritten Platz in der Abfahrt gewann er den Super-G. Er ist damit der einzige Athlet,
der bei beiden Speedrennen auf das Podest steigen durfte.

Umleitung scheint funktioniert zu haben
Auch die Feierlichkeiten im Weltcup-Dörfli dürfen als vollen Erfolg gewertet werden. Obschon insbesondere am Samstag wieder mehrere tausend Skifans nach Wengen strömten, konnten dank der Umleitung um das Dorf herum und dem Dosiersystem kritische Menschenansammlungen verhindert werden. «Wir werden den ganzen Festbetrieb und den ganzen Ablauf noch im Detail analysieren. Das erste Fazit ist aber positiv», stellt Urs Näpflin erfreut fest. Zudem freut er sich über insgesamt 72’000 Skifans über die drei Renntage.

(text:pd,jkä/archivbild:zvg)