19 November 2021

Entwicklung rund um den Bahnhof Thun geht in Planung

Um die beste Lösung fĂŒr die Entwicklung des Stadtquartiers Bahnhof Thun zu finden, wendet die Stadt mit der Charrette eine spezielle, ergebnisoffene Planungsmethode an. Drei interdisziplinĂ€re Bearbeitungsteams erarbeiten gemeinsam mit Interessengruppen kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungsideen.

Der Gemeinderat will fĂŒr die Entwicklung des Stadtquartiers Bahnhof Thun zusammen mit der GrundeigentĂŒmerschaft eine breit abgestĂŒtzte und tragfĂ€hige Lösung zu Fragen der MobilitĂ€t, der StadtrĂ€ume und der baulichen Entwicklung finden. Vor den Sommerferien kĂŒndigte er daher einen partizipativen Prozess an. Ziel ist es, fĂŒr den Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bahnhof Thun ein «Leistbild» zu erarbeiten, das aufzeigt, was der Ort in Zukunft leisten soll, damit die Entwicklung ein Erfolg wird. «Wir wollen eine sowohl fachlich als auch in der Bevölkerung breit abgestĂŒtzte Grundlage erhalten. Dazu fĂŒhren wir erstmals ein sogenanntes Charrette-Verfahren durch», so StadtprĂ€sident Raphael Lanz. Die Charrette ist eine spezielle, ergebnisoffene und dynamische Planungsmethode mit unterschiedlichsten Beteiligten und einem direkten Einbezug der Bevölkerung.

Nach der öffentlichen Ausschreibung wurden sechs interdisziplinĂ€re Teams ausgewĂ€hlt. Diese konnten sich an der Startveranstaltung vom 18. November 2021 dem Publikum prĂ€sentieren, bestehend aus der Stadt Thun (Veranstalterin), Fachleuten, den GrundeigentĂŒmerschaften und Interessenvertreterinnen und -vertretern (Leist, Verkehrs-, Wirtschafts- und weitere Organisationen und Vereine). Daraufhin wurden die drei folgenden Teams auserkoren, die mit ihren Kompetenzen in StĂ€dtebau und Architektur, MobilitĂ€t und Verkehr, Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur, Stadtökonomie und weiteren Disziplinen am meisten ĂŒberzeugten.

Die drei ausgewĂ€hlten Teams erarbeiten im Rahmen der Charrette rĂ€umliche Entwicklungskonzepte, LösungsvorschlĂ€ge und Strategien. Zentral am Verfahren ist, dass die Betroffenen, die EntscheidungstrĂ€gerinnen und -trĂ€ger, die Projektentwickelnden sowie die Bearbeitungsteams diese Konzepte zusammen diskutieren und sie den aktuellen Gegebenheiten und Erkenntnissen laufend anpassen. Konkret ist vorgesehen, dass sich die GrundeigentĂŒmerschaften, die Interessen- bzw. Anspruchsgruppen mit Expertinnen und Experten sowie den ausgewĂ€hlten Bearbeitungsteams an Workshops direkt austauschen.

In der Charrette soll eine Gesamtbetrachtung von (stĂ€dte-)baulichen, verkehrlichen und gesellschaftlichen Themen erfolgen. Es gilt, ein Gesamtbild fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung zu erstellen und Antworten auf die Fragen «was?», «wie?», «wo?» und «wann?» zu finden. Das Charrette-Verfahren wird im Sommer 2022 mit einem Bericht und dem Leistbild abgeschlossen. Auf Basis der erarbeiteten VorschlĂ€ge werden im Anschluss im Rahmen einer Synthesephase die Grundlage fĂŒr die nachgelagerten Planungen zusammengefasst.

(text:pd/bild:beo)