Energieunternehmen fordern mehr «Bern First» bei den KWO
2042 laufen die Wassernutzungskonzessionen der Kraftwerke Oberhasli (KWO) aus. Aktuell ist die Berner Politik mit deren Erneuerung beschäftigt. Einen ersten Vorschlag der Berner Regierung zur Konzessionsstrategie hat der Grosse Rat in der Wintersession 2025 abgelehnt. Auch der Regierungsrat wollte mehr «Bern First», allerdings sollten lediglich die Anteile von BKW und ewb erhöht werden. Die bürgerliche Ratshälfte wollte sich noch nicht auf eine Verteilung der KWO-Anteile festlegen – wohl augrund erfolgreichen Lobbyings seitens der Konsortiumsunternehmen: Laut eigenen Angaben, sei das Konsortium nämlich „massgeblich“ daran beteiligt gewesen, dass der Grosse Rat den Vorschlag des Regierungsrats zurückwies. Am Montag wurde in Thun der Konsortialvertrag unterschrieben.
Zur Zeit befinden sich die Aktien und die damit verbundenen Nutzungsrechte zu 50 Prozent im Eigentum der BKW und zu je rund 16 Prozent der Stadtberner Energieversorgerin ewb und den Industriellen Werken Basel iwb und der Stadt Zürich.
Ein Konsortium aus 29 Berner Energieunternehmen, darunter die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI), die Energie Thun und die Steffisburger NetZulg, macht sich nun für eine stärkere Berner Beteilung stark. In der neuen Konzessionsstrategie soll festgehalten werden, dass das Konsortium über die Beteiligungsgesellschaft EVU Bern AG eine vollwertige Beteiligung von 5 bis 10 Prozent an den KWO erwerben und halten sollen. Dies idealerweise auf Kosten der ausserkantonalen, sprich Basler und Zürcher Energieversorger, wie IBI-CEO Helmut Perreten im Namen des Konsortiums gegenüber Radio BeO erklärt. Man strebe eine Berner Lösung an. Mit der Vertragsunterzeichnung wolle man die Forderung noch einmal unterstreichen.
Eine möglichst grosse Beteiligung von Berner Energieunternehmen an den KWO hätte laut dem Konsortium diverse Vorteile: Die Wertschöpfung bliebe mehrheitlich im Kanton, die Versorgungsicherheit würde erhöht und die Strompreise berechenbarer und dadurch stabiler, was wiederum den Kanton Bern als Wirtschafsstandort attraktiver machen dürfte.
Dieser Artikel wurde erstmalig am 8. März 2026 publiziert und nach der Vertragsunterzeichnung am 11. Mai 2026 entsprechend angepasst.
(text:csc/bild:unsplash)